Tagesschau-Bild, die Zweite

Hmm, da kommt mir doch schon wieder was bekannt vor…

Das gestrige Hintergrundbild bei der Ankündigung der Wettervorhersage in der Tagesschau:

Ein Schnappschuss von meiner Deutschland-Radtour 2016 (11. Tourtag, Dienstag, 13.09.2016); gleicher Wehrturm, nur aus einer etwas anderen Perspektive.

Es handelt sich dabei um einen Teil der Befestigungsanlage oberhalb von Würzburg. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte ich gerade den Main hinter mir gelassen und begann die Höhen zu erklimmen, die mich von der Tauber trennten.

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288 km in 2 Tagen – Vennbahnweg hin und zurück (mit An- und Abfahrt)

Der Vennbahnweg geht von Aachen (Deutschland) durchs Hohe Venn (Belgien) bis nach Troisvierges (Luxemburg) und ist nach offiziellen Angaben 125 km lang. Hinzu kommen bei mir noch knapp 20 km für die Anfahrt von zuhause in Baesweiler bis zum Startbahnhof in Aachen Rothe Erde. Laut meiner Planung wären das dann knapp 145 km für eine Strecke, was also ganz gut an einem Tag machbar sein sollte, denn schließlich bin ich im letzten Jahr schon mal 149 km rund um die Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler gefahren.

Man soll wohl mit der Bahn auch wieder ganz gut von Troisvierges nach Aachen zurückkommen können, aber mein Liegedreirad ist für Bahnfahrten leider etwas unhandlich; vollbeladen erst recht. Bei normalen Zweirädern wäre das aber sicher eine interessante Möglichkeit.

Schon im letzen Jahr hatte ich mal darüber nachgedacht als Trainingsfahrt für die große Deutschland-Tour den Vennbahnweg zu fahren, aber die Bahnreise mit Liegerad hatte mich dann doch etwas abgeschreckt und außerdem fehlte letztlich auch die Zeit.

Aber jetzt habe ich die optimale Lösung für das Bahnproblem gefunden. Ich fahre einfach an einem Tag hin, übernachte im Zelt auf dem Campingplatz in Troisvierge und fahre am nächsten Tag die gleiche Strecke zurück. Keine Bahnnutzung, kein Problem.

Das lange Wochenende bot sich an. Donnerstag in Ruhe alles vorbereiten, Freitag dann den Vennbahnweg rauf, Samstag wieder runter und Sonntag ausruhen. 🙂

Donnerstag, 15. Juni 2017

Zunächst musste das Rad noch ein bisschen auf Vordermann gebracht werden, da in letzter Zeit der höchste Gang hinten nur noch mit Glück reinging. Außerdem hatte sich im Schaltwerk ohnehin eine Menge Dreck angesammelt, den ich mit einer alten Zahnbürste und etwas Kettenreiniger ganz gut entfernen konnte. Anschließend die Kette neu schmieren, etwas WD40 an Schalt- und Bremszüge und Reifendruck checken. Fertig.

Dann wurde eine abgespeckte Packliste erstellt, da ich ja nur für eine Nacht und alleine unterwegs sein würde. Zu meiner großen Freude passte so alles in die beiden großen 35 l Packtaschen sowie in den Liegeradrucksack, den ich für die Dinge verwende, die ich tagsüber evtl. benötigen könnte (etwas Verpflegung, Regensachen, Werkzeug, Ersatzakkus etc.). In den Packtaschen hatte ich im Wesentlichen auf der einen Seite den Schlafsack und das Zelt (inkl. meiner “Fahrradgarage”, also dem Vorzelt) und in der anderen die Isomatte, frische Klamotten, Kulturbeutel und ein paar andere Kleinigkeiten. In den Außentaschen dazu auf der einen Seite die kleine Kühltasche (mit kalten Getränken sowie 4 geschmierten Broten als Tagesverpflegung) und auf der anderen Seite die Brennspiritusflasche und das Kochset. Diesmal habe ich allerdings nicht das große Trangia-Set eingepackt, sondern nur den Trangia-Brenner mit leichtgewichtigen Aufsteck-Kreuz und dem Falt-Windschutz sowie einem kleinen 750 ml Topf, Besteck, Feuerzeug, Feuerstein usw.

Bei meiner langen Deutschlandtour und auch bei einer 3-Tagestour neulich mit den Kindern hatte ich notgedrungen deutlich mehr Gepäck dabei. So aber konnte ich diesmal die drei wasserdichten Packsäcke, die sich normalerweise noch zwischen Außentaschen/Gepäckträger sowie Liegeradrucksack befinden, zuhause lassen. Dadurch war der Schwerpunkt des Gepäcks deutlich niedriger und das Trike fuhr sich fast wie ohne Gepäck. Allerdings hatte ich so auch nur 23 kg Zuladung im Gegensatz zu hochbeladenen fast 50 kg bei der Deutschlandtour.

Das Rad wurde – bis auf die gekühlten Getränke, die Brote und die beiden obligatorischen 3-Liter-Wasserbeutel mit Trinkschlauch – bereits am Abend fertig gepackt, so dass ich am nächsten Morgen schnell loskonnte.

Freitag, 16. Juni 2017

Der Wecker stand auf 6 Uhr. Dann schnell duschen, anziehen und die letzten Sachen packen. Abfahrt gegen 7:10 Uhr.

Zunächst ging es auf der üblichen Route zu meiner Arbeitsstelle in Aachen-Haaren, von dort aus weiter in die Stadt rein bis zum Bahnhof “Aachen – Rothe Erde”, wo damals die Vennbahn abzweigte. Zwar ist der Vennbahnweg ab Aachen Hauptbahnhof ausgeschildert, aber von dort wollte ich nicht starten, da es a) ca. 4 km Umweg bedeutet hätte und b) ich dafür noch weiter in die Stadt hätte reinfahren müssen. Da Aachen leider recht radfahr-feindlich ist, hätte das keinen großen Spaß gemacht. Zwar gibt es in Aachen hier und da ein paar Radwege oder zumindest sog. Radschutzstreifen auf der Straße, aber das meiste ist leider Flickwerk, da offensichtlich im Rat der Stadt das Konzept und vor allem der Wille zu konsequenter Fahrradfreundlichkeit fehlen. Hier sollte man sich deutlich mehr bei unseren direkten Nachbarn in den Niederlanden oder an Städten wie Kopenhagen (Dänemark) orientieren! Die machen nämlich wunderbar vor, wie man den Radverkehr sicher gestalten kann und so auch mehr Bürger vom Auto aufs Rad lockt. Aber lassen wir das, bevor ich mich noch mehr aufrege…

Nach dem obligatorischen Startfoto am Beginn des Vennbahnwegs am Bhf. Rothe Erde ging es dann nach 20 km Anfahrt um 8:38 Uhr so richtig los.

In der Stadt war es natürlich noch nicht so schön, aber sehr bald schon wurde die Strecke deutlich grüner, und manchmal sah man sogar noch die alten Schienen neben der Strecke.

Auf und neben der Strecke gibt es so Manches zu entdecken; z. B. viele Tiere. Gesehen habe ich u.a. zwei große Hasen, zwei Eichhörnchen, eine kleine Maus, ein Rehkitz (allerdings im Gehege) und natürlich viele Vögel, Hunde, Katzen und unzählige Kühe. – In Luxemburg habe ich dann schließlich sogar eine künstlerisch begabte Schnecke entdeckt, die interessante Muster auf den Asphalt gezaubert hat:

Auch Geschichtliches gibt es zu Entdecken, nämlich direkt neben den Bahngleisen Überreste der Panzersperren des Westwalls aus dem 2. Weltkrieg.

Auch die Flora (Pflanzenwelt) ist interessant: Entlang der Strecke sah ich nämlich des Öfteren den wunderschönen Roten Fingerhut.
Aber ACHTUNG, die Pflanze sieht zwar toll aus, ist aber giftig. Daher nur Anschauen; Kinder und Tiere fernhalten!

Im hinteren Streckenabschnitt (noch in Belgien) gibt ein paar Wälder, wo die Bäume in Perfektion in Reih und Glied stehen. Einerseits beeindruckt die Symmetrie, aber andererseits hat das mit “wilder” Natur natürlich nicht mehr viel zu tun… aber auch in Deutschland ist natürlich der überwiegende Teil des Waldes bewirtschaftet.

Laubbäume dagegen kuscheln sich meist nicht so nah aneinander wie diese Nadelbäume oben. Schon klar, dass auch einem Baum da schon mal kalt werden kann. Aber nette Anwohner hatten wohl Mitleid und haben dem Baum einen Pullover gestrickt. Schickes Muster.

Die lange, lange Steigung (über 30 km) von Rothe Erde bis rauf nach Lammersdorf ist gut geteert und rollt daher super. Oben angekommen kommen ein paar Kilometer Schotter (so ungefähr von Lammersdorf bis Konzen), aber der Unterboden ist topfeben und sehr gut verdichtet, so dass man trotzdem noch gut vorankommt.

Sehr bald ändert sich der Untergrund jedoch auch schon wieder in Teer; wie ja auch der Großteil der Strecke gut geteert ist.

Begeistert bin ich von der belgischen Art, Kreuzungen des Vennbahnweges mit anderen Wegen und Straßen abzusichern! – Der vorfahrtsberechtigte Querverkehr wird durch eine vollflächige rote Markierung auf die Gefahrenstelle hingewiesen. Die Radfahrer werden durch grün markierte Bahnen auf die Kreuzung hingewiesen, und die roten Drängelgitter sind – im Gegensatz zu den üblichen deutschen Modellen – so breit, dass man auch mit einem Trike oder Fahrrad mit Kinderanhänger problemlos durchkommt ohne hängen zu bleiben. Optimal!

Und noch ein Beispiel von einer der zum Glück seltenen Überquerungen einer stärker befahrenen Straße. Wieder ist die Straße komplett rot gefärbt, um Autofahrer auf die Gefahrenstelle hinzuweisen, und auch die Radfahrer werden gut aufmerksam gemacht und gebremst:

Ein Highlight der Strecke sind natürlich immer wieder die Bahnhöfe; besonders wenn – wie hier in Sourbrodt (oder vorher auch schon in Walheim) – noch Signalanlagen und alte Waggons oder gar Lokomotiven stehen bleiben durften.

Zwischendurch kann man übrigens auch Fernsehen. 3D und Auswahl der Sprache (FR, NL, DE) inklusive. Wie viel Zoll Diagonale hat das Teil eigentlich? Auf jeden Fall ein Super-Breitbild-Format. 😉

Eine sehr schöne Stelle ist auch die Anfahrt auf Born (Belgien) mit seinem Viadukt, welches die Dorfkirche so wunderbar einrahmt.

Als ich Born erreichte, war es längst mal wieder Zeit, eine kleine Essenspause zu machen, um den Körper rechtzeitig mit Energie zu versorgen. Auf meiner Deutschland-Tour im letzten Jahr hatte ich ja schnell lernen müssen, dass mein Körper unleidlich werden und für schlechte Laune sorgen kann, wenn er auf anstrengenden Touren nicht spätestens alle 3 Stunden Energie-Nachschub bekommt. Daher hatte ich mir vorgenommen, rechtzeitig alle 2,5 Stunden mindestens ein Brot einzuwerfen, um dem vorzubeugen. Ich hatte mir dazu 4 Brote geschmiert und zusätzlich noch ein paar Butterkekse und was von Haribo eingesteckt. Allerdings gab es vor Born schon eine Zeit lang keinen Rastplatz, so dass ich am Ortsausgang von Born einfach auf dem Seitenstreifen Pause gemacht und gegessen habe. Schließlich ist es auf meinem Liegedreirad mindestens genauso bequem wie auf irgendeiner Bank; wenn nicht sogar bequemer. 😉
Allerdings war ich dann doch etwas enttäuscht, als ich nur wenige hundert Meter nach meiner Pause diesen tollen Rastplatz sah. Schade, jetzt hatte ich meine Pause schon gemacht und musste mir den Test der Liegen leider untersagen, da ich ja noch einige Kilometer vor mir hatte. Pech.

Vorschlag für die Macher solcher Radwege:
Sehr hilfreich wäre es, wenn es – wie auf Autobahnen für Raststätten und Tankstellen üblich – Hinweisschilder an Rastplätzen gäbe, wie weit es noch bis zum nächsten Rastplatz ist. Dann kann man sich besser entscheiden, ob man noch etwas weiterfahren möchte und lieber kurzfristig Pause machen sollte.

Und nun ein kleines Quiz: Welche Zahl ist doppelt?

Diese Schilder gibt es entlang der ganzen Strecke immer wieder, so dass man in Notfällen Rettungskräfte recht gezielt anfordern kann. Super Sache, aber habe ich zum Glück nicht gebraucht.

Nochmal zurück zur Strecke: Die ersten gut 90 km Vennbahnweg bis St. Vith liefen prima. Die Strecke war – bis auf die kleine Ausnahme hinter Lammersdorf – immer gut geteert und man fuhr immer auf der Vennbahntrasse. Die letzen 34 km waren zwar landschaftlich weiter grandios, aber die Strecke fand ich gar nicht mehr so toll, denn man fuhr nun öfters mal abseits der Vennbahntrasse mit z. T. echt heftigen 10%igen Anstiegen und Gefällen oder man fuhr auf der Trasse, aber von Teer keine Spur mehr. Neben vergleichsweise lockerem Schotter gab es sogar lange Abschnitte mit nur zwei Fahrspuren und Grasstreifen in der Mitte, was für Trikes leider sehr unangenehm ist, weil es massiv bremst, wenn man mit zwei von drei Rädern durchs Gras fahren muss; noch dazu bergauf. *stöhn*

Nun ja, ich habe auch das überstanden und konnte nach einem weiteren steilen Anstieg kurz vor dem Schluss den Panoramablick auf den Bahnhof meines Zieles Troisvierges genießen:

Dann noch schnell den Berg hinunterrollen und ein schönes Zielfoto machen. Die Vennbahn fährt hier zwar nicht mehr, aber andere Bahnen sehr wohl, wie man sieht.

Danach ging es noch ein letztes Mal bergauf, nämlich die Hauptstraße von Troisvierges hinauf, um dann aber bald schon zum Campingplatz abzubiegen, wo ich schließlich um 18:45 Uhr, d.h. nach 11:35 h Bruttofahrzeit angekommen bin. Das ergibt laut meinem Garmin einen Gesamtschnitt von 12,5 km/h, d.h. inkl. aller Pausen-/Standzeiten von nur 1:08 h. Betrachtet man nur die Fahrzeiten (ohne Pausen) lag der Schnitt bei 13,9 km/h. – Laut meiner Routenplanung mit gpsies.com, womit ich alle meine Routen plane, beträgt die absolute Höhendifferenz von Start bis Ziel 431 m, wobei der Gesamtanstieg 1.578 Höhenmetern beträgt (mit 1.286 hm Gesamtabstieg). In Anbetracht der Anstiege und der am Ende teilweise schlechten Wegstrecke ist der Gesamtschnitt für mich völlig OK.

Und hier das Höhenprofil aus meinem GPS-Track:

Gestartet bin ich zuhause bei 136 Höhenmetern, der höchste Punkt liegt bei 564 Metern ü. NN., aber wie man sieht, begibt man sich mehrfach auf das Niveau von um die 550 hm, wobei dazwischen leider Täler mit 100 bis 200 Höhenmetern weniger liegen.

Auf dem Campingplatz wurde ich freundlich (und auf Deutsch) empfangen. Die Übernachtung im Zelt hat 11,70 € gekostet und zwar inkl. unbegrenzt warm duschen :-D. Auf der Zeltwiese stieß ich dann schnell auf ein nettes, junges Pärchen, dass ich im Verlauf der Tour schon mindestens dreimal gesehen hatte, denn sie haben wohl öfter Pausen als ich gemacht, waren aber auf ihren normalen Zweirädern auch etwas schneller als ich und haben mich daher immer wieder überholen können. Als ich eintraf, hatten sie immerhin schon ihr Zelt aufgebaut und ein kühles Getränk in der Hand. Wir haben uns dann noch eine Weile nett unterhalten. Es stellt sich heraus, dass sie am Vortag mit dem Rad von Köln nach Roetgen gefahren und heute dann dort auf dem Vennbahnweg eingestiegen sind. Bis Sonntag wollen sie noch weiter nach Trier und von dort mit dem Zug zurück nach Köln. Klingt ebenfalls nach einer netten Tour.

Thema Essen bzw. Kochen:
Ich hatte ja auf dieser Tour erstmalig nicht das große Trangia-Kochset, sondern nur die abgespeckte Variante dabei, welches ich leider noch nicht im praktischen Einsatz hatte, was sich leider als Problem herausstellte. – Das Problem lag aber nicht unbedingt an der Ausstattung an sich, sondern wohl eher an meiner Essenwahl. Ich hatte mir nämlich für die Tour so eine Trockenfertigpackung mit Spätzle und Champingnonsauce ausgesucht, die man einfach nur in 500 ml kaltes Wasser einrühren und erhitzen muss. Das erste Problem war, dass der Topf mit nur 750 ml etwas zu knapp bemessen war. Eigentlich sollte man das Gericht ohnehin in einer Pfanne zubereiten, was ich aber zu spät gesehen habe. Der Topf jedenfalls war mit Wasser und Spätzle zusammen schon so gut wie voll. Als das Ganze dann auch noch anfing zu blubbern, kochte es natürlich sofort über und saute den trangia-Brenner ein. Dann offenbarte sich der zweite Nachteil der Lightweight-Variante. Da das Aufsteckkreuz, auf dem der Topf steht, direkt auf dem Trangia-Brenner steckt, kann man den Regulierring nicht anbringen, um die Brennstärke zu verringern. Man kann also nur mit voller Hitze kochen, was das Überkochen noch verschärft hat. Zunächst habe ich mir durch Interval-Kochen beholfen, d.h. ich habe den Topf immer kurz auf den Brenner gestellt bis es fast überkocht, dann kurz wieder runter, dann wieder drauf usw.  Leider nicht optimal und etwas lästig. Es wäre notfalls gegangen, aber ich war doch sehr froh, als mir das nette Pärchen anbot, dass sie mir einen größeren Topf leihen können, den sie gerade nicht brauchten. Das Angebot habe ich gerne angenommen. – An dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank für die großartige Hilfe unter Fahrradcampern. Ihr seid die Besten, Prost! 🙂

Ich werde den kleinen Topf wohl erstmal im heimischen Garten auf taugliche Gerichte prüfen müssen… oder einfach immer einen großen Topf mitnehmen. Tja, selbst Schuld, wenn man die Dinge nicht schon zuhause testet, sondern erstmals auf Tour. – Naja, zur Not hätte ich auch noch Brühwürfel, eine kl. Nudelsuppe und Bifis fürs Abendessen gehabt. Ich wäre also auch nicht verhungert, wenn das Gericht komplett misslungen wäre. Ganz doof bin ich ja auch nicht…

Die anschließende warme Dusche tat gut! Die Augen zugemacht habe ich dann schließlich gegen 23 Uhr.

Samstag, 17. Juni 2017

Die Nacht war nicht ganz so gut. Einerseits ist die erste Nacht im Zelt meistens etwas unruhiger, weil ungewohnt, aber vor allem taten meine beiden Knie doch ziemlich weh. Muskulär hatte ich keinerlei Beschwerden. Da bin ich scheinbar noch fit genug, aber die dauerhaften bzw. zum Teil krassen Steigungen gingen doch sehr auf die Kniee. 🙁

Irgendwann bin ich dann aber doch für etwas länger eingeschlafen und wäre am liebsten noch etwas liegen geblieben, als um 6:15 Uhr der Wecker ging. Aber ich weiß ja, dass ich ohne Hektik ca. 2 Stunden brauche, um aufzustehen, mich frisch zu machen, alles zu packen und auf dem Rad zu verzurren. Da ich diesmal weniger Gepäck dabei hatte, ging es entsprechend etwas schneller. Daher Wecker erst auf 6:15 Uhr statt 6:00 Uhr. 15 Minuten Extraschlaf!

Ich war auf jeden Fall pünktlich um kurz vor 8 Uhr an der Rezeption, um auszuchecken, d.h. den Dusch-Chip abzugeben und die Übernachtung zu bezahlen. Vorher hatte die Rezeption ohnehin nicht auf, wobei mir der freundliche Besitzer(?) am Vorabend sogar angeboten hatte, dass er auch früher da sein könnte, wenn mir 8 Uhr für die Abreise zu spät sei. Da wird Service echt groß geschrieben. Super. – Aber 8 Uhr war für mich ausreichend.

So fuhr ich dann ziemlich genau um 8 Uhr los. Zunächst noch bei der Bäckerei Fonk auf der Hauptstraße vorbei, um 3 belegte Brötchen und ein Teilchen als Tagesverpflegung einzukaufen. Kalte Getränke (Cola in Dosen) hatte ich schon auf dem Campingplatz besorgt.

Kurz noch was zu den Sprachen: Bei der Anreise hatte ich in Troisvierges zwei Passanten gefragt, wie ich am schnellsten zum Campingplatz komme. Ich kannte zwar meine offizielle Route, aber die ging den Berg rauf und ich hatte gehofft, dass es vielleicht einen anderen Weg im Tal gäbe, wo auch der Campingplatz liegt. Die beiden unabhängig voneinander angesprochenen Herren haben meine deutsche Frage zwar nicht so ganz verstanden und auf französisch geantwortet, aber da sie immerhin “Camping” verstanden haben, waren sie doch sehr bemüht, mir mit Händen und Füßen sowie – einer von Ihnen – sogar mit sowas ähnlichem wie Deutsch zu helfen. Die Dame an der Rezeption des Campingplatzes beim Auschecken sprach französich und englisch, der vermutliche Chef auch deutsch. Die beiden freundlichen Damen in der Bäckerei sprachen ebenfalls sehr gut Deutsch (auch untereinander); mit einem sehr charmanten Luxemburgischen Akzent. Ist das schon Luxemburgisch bzw. Lëtzebuergesch wie die Einheimischen sagen; oder vielleicht hochdeutsch mit lëtzebuergeschem Einschlag?

Die Rückfahrt verläuft problemlos. Mein nächtliche Befürchtung, dass die Rückfahrt aufgrund von Knieproblemen evtl. gefährdet sein könnte, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Zwar waren die Kniee immer noch angeschlagen und beschwerten sich etwas, wenn ich zu feste in die Pedale trat bzw. treten musste, wie z. B. an den 10%-Steigungen, aber zum Glück hatte ich das gut im Griff und kam recht flott vorwärts.

Am Vortag hatte ich ja noch etwas über 11,5 h für die Hinfahrt benötigt, für die Rückfahrt jetzt jedoch nur noch genau 10 Stunden, so dass ich bereits um 18 Uhr wieder zuhause war. Dabei hatte ich mit 1:06 h fast genau die gleichen Pausen-/Standzeiten wie auf der Hinfahrt, aber da es auf der Rückfahrt deutlich mehr bergab ging, schnellte der Gesamtschnitt um gut 2 km/h auf 14.4 km/h rauf; das Fahrtmittel (ohne Pausen) betrug sogar 16,2 km/h. Da machten sich die kilometerlangen Abfahrten, die ich trotz wenig Anstrengung mit z. T. mehr als 30 km/h fahren konnte, als Ausgleich zu den langsamen Aufstiegen positiv bemerkbar.

Auf der Hinfahrt hatte ich eine Abfahrt, bei der ich kurzfristig knapp 50 km/h schnell war, aber auf der Rückfahrt habe ich dann hinter Lenglerlach (9,8 km nach dem Start am Campingplatz) mit mindestens 58 km/h den Geschwindigkeitsrekord dieser Tour aufgestellt. Leider konnte ich das Tempo nicht auskosten oder gar für den nächsten Anstieg nutzen. Stattdessen war eine scharfe Bremsung vor der bald folgenden engen Kurve notwendig. Schade… aber hat trotzdem Spaß gemacht. 😀

Das Höhenprofil der Rückfahrt sieht so aus (die Hinfahrt gespiegelt):

Fazit

288 km in zwei Tagen durch drei Länder mit einem Gesamtanstieg von 2.864 Höhenmetern.
Eine anstrengende, aber schöne Tour.

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Schnapszahl

Mein Fahrtenbuch zeigt mir, dass ich bisher exakt 4.444 km mit meinem Liegedreirad gefahren bin, seit ich das Rad Anfang 2016 gekauft habe. Und das, wo ich gerade 44 Jahre alt geworden bin. – Netter Zufall, oder?

Tagesschau-Bild

Hmm, da kommt mir doch was bekannt vor…

Das heutige Hintergrundbild bei der Ankündigung der Wettervorhersage in der Tagesschau:

Ein Schnappschuss von meiner Deutschland-Radtour 2016 (9. Tourtag, Sonntag, 11.09.2016):

Es handelt sich dabei um die Lüdermünder Warte, einen von einer ganzen Reihen von sog. Warttürmen, die im Spätmittelalter zur Überwachung an den Handelsrouten um Fulda herum errichtet wurden.

Als ich damals dort vorbeifuhr, dachte ich noch, der Turm wäre als einziges von einer größeren Anlage übriggeblieben, aber der stand wohl schon immer so frei dort rum, um einen guten Überblick zu bekommen. Der Eingang liegt übrigens rechts auf halber Höhe. Man konnte den Turm nur über eine Leiter betreten und diese zum Schutz vor Feinden hochziehen.

Deutschlandtour 2016 – Ausrüstung

Hier meine Ausrüstung, die ich im September 2016 auf meiner Nord-Süd-Deutschland-Radtour von Flensburg bis Oberstdorf dabei hatte:

  • Liegedreirad:
    Steintrike Modell “Wild One” (3x 20″-Räder) vom österreichnischen Hersteller Bike Revolution.

    • Das Rad hat 3 x 9 = 27 Gänge und wird nur mit Muskelkraft betrieben; kein Motor!
    • Die vordere Standard-Kurbel habe ich ausgetauscht gegen die folgende MTB-Kurbel, um besser die Berge rauszukommen.
    • Zum Montieren der neuen Kurbel benötigt man die folgenden beiden Werkzeuge:
    • Der große Standard-Gepäckträger gibt meinen großen Fahrradtaschen (siehe unten) leider unten nicht genug Halt, so dass sich diese vollgepackt immer nach innen gebogen haben, so dass sie auf dem Schnellspanner oder sogar der Schaltung hinten auflagen. 🙁
      Ich habe mir daraufhin den Gepäckträger vom Liegeradbau Schumacher in Willich erweiteren lassen, um die großen Taschen auch weiter unten noch abzustützen. Sie haben mir dazu auf jeder Seite ein Rohr extra angeschweißt und das ganze dann ordentlich pulverbeschichten lassen, so dass es aussieht wie ein Originalteil. Super! Und der so erweiterte Gepäckträger hat die bis zu 50 kg Gepäck auch problemlos auf der ganzen Tour ausgehalten.
    • Halterung für mein GPS-Gerät Garmin Oregon 550t.
      Das GPS-Gerät habe ich schon Mitte 2010 gekauft, leistet aber immer noch sehr gute Dienste, denn es ist wasserdicht, läuft mit zwei eneloop AA-Akkus den ganzen Tag (wenn man die Hintergrundbeleuchtung nur selten nutzt), das Kartenmaterial lässt sich kostenlos durch OpenStreetMap-Karten auf den aktuellen Stand bringen und es lässt sich prima nutzen, um vorgeplante GPX-Routen abzufahren und die tatsächlich gefahrene Strecke aufzuzeichnen.
      Vielen Dank übrigens an meinen Schwiegervater für die tolle Konstruktion der flexiblen Halterung mit Material aus seinem Fundus! An sein Grundgerüst haben wir dann die normale Garmin Fahrrad-Halterung befestigen können. Das GPS befindet sich so zwischen den beiden Vorderrädern bzw. meinen Beinen und somit nah genug, um darauf was zu erkennen und auch in guter Bedienreichweite.
    • Fahrradschloss ABUS Faltschloss 6000/120 Bordo Big
      Das Fahrradschloss habe ich quer vor der GPS-Halterung unter meinen Beinen am Rahmen befestigt.

Die Taschen im Detail mit Inhalt:

  • 2x Fahrradtasche (links & rechts) am Gepäckträger (Ortlieb Radtasche Back-Roller Pro Classic, rot, je 35 Liter)
    • Innen: (Gleichmäßig verteilt auf beide Taschen; jeden Tag ein bisschen anders.)
      • Notebook/Tablet in flacher leicht gepolsterter Tasche.
        • Surface Pro 3 mit Mauspad
      • Notebook-Zubehör in Pack-Beutel FRILUFTS Stuffbag Flat, Größe M (gelb-grün)
        • Netzteil für Notebook
        • Bluetooth-Maus (praktischer als Touchpad)
        • USB-Platte mit Filmen zur Abendunterhaltung (nicht gebraucht; keine Zeit dafür)
        • Mini-USB-Hub (nicht wirklich gebraucht)
      • Ladegeräte, Ersatzakkus etc. in Pack-Beutel FRILUFTS Stuffbag Flat, Größe M (gelb-grün)
      • Taschenlampen in Pack-Beutel FRILUFTS Stuffbag Flat, Größe S (brindle = braun)
        • LED-Taschenlampe: Cree MXDL SA-28 Q5, Zoom, 3 Modi, 240 Lumen, 3x AAA (oder 18650 Akku)
          • Sehr zu zufrieden damit.
        • LED-Stirnlampe von Mannesmann, 3x AAA
          • Auf Dauer vermutlich nicht robust genug, aber sie tut bisher ihren Zweck und war unschlagbar günstig. Die Stirnlampe habe ich oft abends auf den Campingplätzen benutzt, um den Weg vom Zelt zum Waschhaus und wieder zurück zu finden und auch im Zelt spendet sie gezielt Licht, wenn die Osram-Neonröhren-Lampe (s.u.) mal wieder viel zu schnell leer war.
        • Kleine Neonröhren-Leuchte (Osram Dulux Pocket)
          • Das alte Teil hab ich schon seit Ewigkeiten und jetzt erstmalig richtig eingesetzt. Ich konnte es gut oben am Zelt befestigen und damit den Innenraum beleuchten. Das Licht war auch sehr angenehm. Also eigentlich super, aber leider frist das Ding sehr viel Strom, so dass ich es nicht mehr mitnehmen würde.
            Werde mir wohl für die nächste Campingtour diese dimmbare LED-Lampe mit USB-Anschluss kaufen, die deutlich weniger Strom verbraucht und sich auch über eine Powerbank betreiben lässt: Onite USB LED Lampe Warmweiß mit Dimmer.
      • Notfalltasche, aber zum Glück auf der ganzen Tour nicht einmal gebraucht. 🙂
        Tatonka First Aid Tragetasche, Größe S

        • Magnesium (falls Krämpfe auftreten sollten bzw. zur Vorbeugung)
        • Paracetamol (Schmerzmittel)
        • Tannacomp (Anti-Durchfall-Mittel)
        • Halsschmerztabletten (Lemocin, Dorithricin, Dobendan)
        • Gelomyrtol (quasi zum Inhalieren von innen)
        • Maaloxan (bei Sodbrennen)
        • Otriven f. Erw., 20 ml (Nasentropfen, Nachschub)
        • 4 Gummihandschuhe
        • Rettungsdecke, 160×210 cm
        • OCTENISEPT (Desinfektionsmittel)
        • Brand- und Wundgel
        • Systral Hydrocortison Creme
        • Wundpflaster Classic, 6 cm breite
        • 1 Dreieckstuch
        • 2 Wundkompressen 10×10
        • 2 Wickel inkl. 2 Wickelklammern
        • 1 Leukoplast, breit
        • 1 Leukosilk, breit
        • 1 Klebewickelband, rot,schmal
        • 4 Sicherheitsnadeln
      • Wäschetrocknen I in Pack-Beutel FRILUFTS Stuffbag Flat, Größe S (brindle = braun)
      • Wäschetrocknen II Pack-Beutel FRILUFTS Stuffbag Flat, Größe S (brindle = braun)
        • 6 Reise-Klappbügel
          (Geeignete waren schwer zu finden, aber über ebay hat’s dann mit den Suchbegriffen “reise kleiderbügel faltbar plastik” geklappt. Preis meist recht günstig, aber Versand dauert recht sehr lange, da häufig aus China/Hong Kong geliefert.)
      • 1 Liter Spezial-Waschmittel für Funktionstextilien (abgefüllt in alte Plastik-Wasserflasche)
        (Hinweis: 1 Liter war deutlich zu viel! 0,33 Liter oder sogar weniger hätten auch gereicht.)

      • Kulturbeutel I – kleine Reißverschlusstasche, die ich mal auf einem Interkontinentalflug in der Business-Class bekommen habe.
        • klappbare Reise-Zahnbürste (Friscodent)
        • Zahnpastatube (meridol, 75 ml)
        • Deo (bac Cool Energy Men, 150 ml)
        • Lippenpflege (Labello med, LSF 15, 4,8 g)
        • Wattestäbchen (30 Stück; abgezählt für die Reise)
        • Kleines Reise-Duschzeug
          Da ich jeden Tag geduscht habe, hat das allerdings nicht gereicht und ich musste unterwegs nachkaufen. Ganz so klein wie vorher war es denn zwar nicht mehr, aber mit einer 175 ml Tube noch so gerade passend: Alva for Him.
      • Kulturbeutel II – kleine Reißverschlusstasche, die ich mal auf einem Interkontinentalflug in der Business-Class bekommen habe.
        • Bart- & Haartrimmer Remington MB320C inkl. Netzkabel
          (2x genutzt in Jugendherberge bzw. Hotel, um Bart und Haare zu stutzen)
        • Ersatzbrille in stabilem Brillenetui (zum Glück nicht gebraucht, aber im Notfall unersetzlich)
        • kleines Fläschen Après-Sun Creme
        • Mini-Nähset (nicht gebraucht, aber bei Bedarf hilfreich)
        • Nagelschere, Nagelknipser, Pinzette, Nadel
          (Alles in Küchenrolle eingewickelt in einem Plastiktütchen verpackt, damit z. B. die Schere nichts beschädigt.)
      • 2x Mikrofaser Tuch (von Aldi) zum Abtrocknen
      • 2x Waschlappen FRILUFTS Microfibre Piquet Towel
        (Gedacht zum Waschen. Da ich aber immer Unterkünfte mit Waschraum/Bad hatte und Duschen konnte, habe ich die Waschlappen nicht gebraucht. Das hätte beim Wildcampen sicher anders ausgesehen.)
      • Unterwäsche / Socken:
        • 4x Unterhosen (FALKE Herren Running Unterwäsche Athletic Briefs)
          Grundsätzlich bin ich mit den Unterhosen sehr zufrieden, denn sie transportieren die Feuchtigkeit wirklich sehr gut, so dass sich trotz viel Schwitzen bei heißen Temperaturen nie unangenehm feucht angefühlt haben. Prima.
          Ich überlege aber ernsthaft, mir längere Unterhosen anzuschaffen, da ich mir am Anfang der Tour die Innenseiten der Oberschenkel etwas aufgescheuert habe. Im weiteren Verlauf habe ich es zwar geschafft, weiteres Scheuern weitestgehend zu verhindern, aber es hat trotzdem Wochen gedauert bis sich die Haut wieder komplett beruhigt hatte. Ich vermute, dass gut anliegende, lange Unterhosen in gleicher Qualität davor geschützt hätten. Werde ich demnächst mal probieren…
        • 2 Paar GORE BIKE WEAR Rennrad-Socken, Knöchel-Lang, GORE Selected Fabrics, SPEED Socks und
          2 Paar FALKE Herren Bikesocke BC 5 Touring
          Beide Socken tragen sich gut, fühlen sich angenehm an (auch im schwitzigen Zustand) und trocknen schnell. Die Falke sind recht dünn und luftig (gut bei warmen Temperaturen); die Gore sind etwas fester und geben daher dem Fuß etwas mehr Halt, was ich besser finde, selbst wenn sie dadurch etwas wärmer sein sollten.
      • Klamotten zum Radfahren:
        • 4x Langarm-Shirt Bikeunit Basic Team Jersey Men
          Einfaches, aber gutes und – sicher auch aufgrund der BikeUnit-Werbung – sehr günstiges Langarm-Shirt. Die Farbe braun ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber dunkle Farben haben ja einen höheren Lichtschutzfaktor. Auch, wenn es im dunkeln Langarm-Shirt manchmal recht warm war, bin ich die komplette Tour ausschließlich mit diesen Shirts gefahren, um mich vor der Sonne zu schützen. Denn einen Sonnenbrand wollte ich auf keinen Fall riskieren, da das die Weiterfahrt sehr unangenehm gemacht hätte.
        • 2x Treckinghose SCHÖFFEL Herren Zipp Off Bowden
          Die Hose ist bequem und flexibel, da man bei Bedarf die Beine abtrennen kann. Außerdem hat sie zwei Taschen mit Reißverschlüssen und eine Beintasche mit Klettverschluss.
        • 1x lange Fahrradhose axant Elite Long Tight Men (black)
          Auf der Tour nur ein- bis zweimal gebraucht, da es dafür meist zu warm war und/oder die dünne Treckinghose mit Regenhose darüber die bessere Wahl war. – Beim Training, z. B. auf der Fahrt zur Arbeit, habe ich die Hose in der kühleren Jahreszeit jedoch schon oft getragen.
        • 1 Paar Fahrradschuhe für Klickpedale
          Obwohl es bei meiner Tour im September noch sommerlich warm war, bin ich mit meinen gut gepolsterten Winter-Fahrradschuhen gefahren, weil die für mich auf langen Strecken am bequemsten sind. – Ich habe schon einige Sommer-Radschuhe ausprobiert, aber nach einigen Stunden Fahrt sind bisher alle irgendwann recht unbequem. 🙁 Mal sehen, ob ich irgendwann mal dauerhaft bequeme Sommer-Fahrradschuhe finde. Da ich recht breite Füße habe, ist das scheinbar ziemlich schwierig.
        • 2x Fahrrad-Westen (von Aldi)
          Bei bestimmten Temperaturen (so ungefähr 10 – 15 °C) trage ich die ganz gerne, um den Rumpf zu wärmen, aber weiterhin frische Luft an die Arme zu lassen. Auf dieser Tour war es aber immer warm genug, so dass ich die Westen kein einziges Mal angezogen habe. (Naja, besser dabei haben und nicht brauchen als umgekehrt.)
        • Als Regen- oder Kälteschutz (2. Schicht) dienten die Regenklamotten, welche ich im Liegerad-Rucksack griffbereit transportiere (siehe unten).
        • 1x dünner schwarzer Buff.
          Bei den meisten bisherigen Fahrten habe ich den Buff fast immer getragen, um den Hals vor Fahrtwind zu schützen und warm zu halten; z. T. auch einfach als Sonnenschutz für den Hals. Auf dieser Tour war es aber i.d.R. soo warm, dass es mit Buff kaum auszuhalten gewesen wäre… und bei Regen (und damit etwas niedrigeren Temperaturen) konnte ich bei Bedarf – also z. B. auf rasanten Abfahrten – einfach die Regenjacke etwas höher schließen; bergauf wurde mir nämlich immer schnell warm, so dass ich froh über jede Kühlung war.
        • 1x Schirmmütze mit Nackenschutz (Outdoor Research Sunrunner Cap, lemongrass)
          Bei dem (meist) sehr sonnigen Wetter habe ich immer diese Kappe mit Nackenschutz getragen, die ich sehr empfehlen kann.
        • 1x Fahrrad-Überbrille “Alpina Overview” (zinn / Ceramic mirror orange)
          Diese getönte Radbrille passt wunderbar über meine normale Brille. Ich trage sie auf dem Rad immer. Nicht, weil ich die Sonnenbrille immer bräuchte, sondern weil sie die Augen vor dem Fahrtwind, Insekten und auch vor Regen wesentlich besser schützt als meine normale Brille alleine.
          Früher gab es wohl auch mal eine ungetönte Variante, die man gut nachts einsetzen könnte, aber scheinbar wurde diese Variante aus dem Programm genommen. Schade, eine ungetönte Variante würde ich gerne zusätzlich kaufen!
      • Klamotten für Abends / Sonstiges
        • 1x lange Jeans
        • 2x kurze T-Shirts Cube Motion Rundhalstrikot
          (Eigentlich hatte 3 T-Shirts dabei, aber eines habe ich leider mal oben auf meinen Taschen liegen lassen und vergessen wieder wegzupacken, bevor ich weiter gefahren bin. Das hat sich dann natürlich verabschiedet. Shit happens.)
          Ach ja, vereinzelt habe ich an Regentagen auch ein solches kurzes T-Shirt unter der Regenjacke getragen, damit es unter der langen Regenjacke nicht zu warm an den Armen wurde.
        • 1x Fleece-Jacke zum Überziehen
        • 1 Paar leichte Turnschuhe, um in normalen Klamotten und mit ordentlichen Schuhen rausgehen zu können, denn die Badelatschen sind außerhalb des Campingplatzes wohl eher unpassend und die Klick-Fahrradschuhe klappern immer etwas auf dem Boden und sind auf Dauer beim Gehen auch nicht sooo bequem.
          Aufbewahrung im Schuhsack Eagle Creek Pack-It Specter Shoe Sac (strobe green)

          • (Praktischer, leichter, wasserabweisender Schuhsack, in dem man auch schmutzige Schuhe verstauen kann, ohne dass die restlichen Sachen in den Fahrradtaschen in Mitleidenschaft gezogen werden.)
      • Schlafsachen
        • Als Oberteil ziehe ich jeden Abend nach dem Duschen ein frisches BikeUnit-Langarm-Shirt (s.o.) an, dass ich dass ich morgens anlasse und damit den ganzen Tag fahre.
        • 1x lange Baumwoll-Schlafhose
      • Sonstiges:
        • 1x Badehose
        • kleiner Regenschirm
          Für morgens oder abends, aber selten bis nie gebraucht, da das Wetter meist gut war oder die Regenjacke ausgereicht hat.
        • 1x kleiner Reise-Klappspiegel
          Auf dieser Tour nicht gebraucht, weil in den Waschhäusern der Campingplätze natürlich auch Spiegel sind. Evtl. wäre er beim Wildcampen mal zum Einsatz gekommen, wenn man Stellen an sich anschauen muss, die man ohne Spiegel nicht sehen kann!?
        • Portmonee mit weiterem Bargeld und Karten (z. B. Krankenkassenkarte)
        • einige 1-Liter-ZipLock- und 3-Liter-Gefrierbeutel, um bei Bedarf was zu verpacken
      • Essensvorräte
        • Tütensuppen für den Notfall (Heiße Tasse Champingnoncremesuppe o.ä.)
        • Instant-Nudelsuppe
        • Bifi und Bifi Roll
        • ggfs. Nudeln, Soße oder ähnliches für den nächsten Tag (z. B. für Sonntag)
      • Werkzeug-Beutel:
        In diesem Beutel befinden sich das Werkzeug und die Ersatzteile, die selten benötigt werden.
        Der Beutel ist übrigens so ein normaler Baumwoll-Einkaufsbeutel, was jedoch keine gute Wahl war, da dieses Material scheinbar stark Feuchtigkeit anzieht, denn bei klammem Wetter schienen mir die beiden Baumwohlbeutel deutlich feuchter als all die Kunstfaser-Beutel von FRILUFTS.

        • 1x Faltreifen
        • Flickzeug
        • 2x Schalt-/Bremszüge
        • 2x Kettenschnellverschlüsse
        • Zange und Kneifzange
        • Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher
        • Maul- und Ring-Schlüssel für alle Schrauben-/Muttern-Größen am Rad
        • Inbus- und Torx-Schlüssel für alle Schraubengrößen am Rad
        • Gewebeband
        • 2x alte Lappen zum Reinigen (z. B. für Kette)
    •  Außentasche Links:
      • Trangia Sicherheitsflasche 1,0 l mit Sicherheitsventil für den Brennspiritus
        (1 Liter hat für die 17 Tage-Tour knapp ausgereicht, obwohl ich den Brenner immer recht großzügig befüllt habe, weshalb es meist noch eine Weile ausbrennen musste, nachdem das Essen schon fertig war. – Ich traue dem Verschluss des Trangia nicht ganz und lasse nie Brennspiritus im Brenner, wenn ich ihn wegpacke.)
      • Sitzkissen
        Praktisch, um sich auf kalte oder nasse Untergründe zu setzen, aber auf dieser Tour nicht gebraucht.
      • 1 Liter Wasserflasche mit möglichst glatter Innenseite (z. B. Evian), um Wasser zum Kochen zu transportieren.
        Das hätte ich theoretisch auch aus den den Trinkbeutel nehmen können, aber aus der Flasche ist es einfacher/schneller rauszubekommen.
      • 1x kleine Einkaufstasche (von REWE), die ein sehr kleines Packmaß hat, fast nichts wiegt, aber recht groß und stabil ist.
        (Auf dieser Tour nur sehr selten gebraucht, da ich meist nicht viel mehr eingekauft habe, als ich in den Händen tragen konnte.)
    • Außentasche Rechts:
      • Kühltasche
        Ich hatte mir vor der Tour noch sehr kurzfristig eine Kühltasche besorgt, die in die Außentasche passt. Es war schwierig sowas im September hier in Läden zu finden, aber bei real wurde ich recht günstig fündig (für 5,- € oder so). Leider hat die billige Kühltasche schon am ersten Tourtag angefangen sich aufzulösen. 🙁 Dennoch hat sie mir bis Ende der Tour noch so einigermaßen helfen können. – Jetzt, nach der Tour, habe ich mir für weitere Rad-Ausflüge die folgende Kühltasche besorgt, die einen wesentlich stabileren Eindruck macht, noch so gerade in die Außentasche passt und bei einer kleinen 20 km Radtour mit den Kindern schon gute Dienste geleistet hat.

  • Trinksystem rechts & links an Gepäckträger und Fahrradtaschen (2x Deuter Rucksack Streamer Thermo Bag, 3 Liter)
    Die beiden Trinkbeutel hänge ich rechts und links mit je zwei Karabinern (4x Edelrid Karabiner Pure Straight, Icemint) an die großen Ortliebtaschen und den Gepäckträger. Durch die Thermo Bags lassen sich die Trinksäcke nicht nur leicht aufhängen, sondern werden außerdem vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt, so dass das Wasser auch im Sommer angenehm kühl bleibt; im Winter würde es auch vor Einfrieren schützen.

  • Auf dem Gepäckträger liegt gefaltet eine Plane aus dem Baumarkt mit 2 x 3 Metern Größe.
    Das ist ausreichend groß, um eine Unterlage für mein Zelt und die Zelt-Erweiterung (siehe unten) zu sein. Der Zeltboden wird so vor Steinchen etc. geschützt und die Erweiterung erhält dadurch überhaupt erst einen Boden, auf dem man sauber und trocken sitzen kann, was ich z. B. abends beim Kochen und morgens beim Packen auch oft gemacht habe. – Es gibt natürlich auch spezielle, passende Unterlagen vom Zelt-Hersteller Exped, aber die sind einiges teurer und die einfache Baumarkt-Plane tut’s genauso gut. Meine Deutschlandtour hat sie jedenfalls unbeschadet überstanden.
  • Auf die Plane kommt eine etwas gekürzte, einfache Schaumstoff-Isomatte.
    Die drei Packsäcke (siehe unten) werden dann auf diese Isomatte gelegt und quasi darin eingewickelt. Die Isomatte verteilt auch den Druck der beiden Spanngurte gleichmäßig und schützt die Packsäcke vor Beschädigungen durch die Spanngurte. Die Isomatte hat zwar etwas gelitten, aber sie ist durchaus noch gut nutzbar und selbst wenn sie ausgetauscht werden müsste, wäre das günstiger als einen der wasserdichten Packsäcke zu ersetzen.
  • Mittig auf dem Gepäcktäger: Ortlieb 2-D-Rollverschluss-Sack, 29 Liter, rot
    (Damit der Packsack nicht nach hinten verrutscht, wird er mit einem Karabiner sicher am Gepäckträger befestigt und später mit den Spanngurten richtig festgezurrt; siehe unten.)

    • Schlafsack:
      • FRILUFTS Leera Comfort Unisex – Kunstfaserschlafsack, Größe L, rechts
        Bequemer, großer Schlafsack, der mir als 1,80 m großem Seitenschläfer genug Platz bietet und dank Kunstfaser schnell trocknet; auch, wenn ich nachts mal etwas geschwitzt habe. Geschlafen habe ich auf der Tour immer in einem dünnen Langarm-Shirt und langer Schlafhose, ohne Socken. Bei den Temperaturen, die nachts vermutlich kaum unter 10 °C fielen, war der Schlafsack so genau richtig, weder zu warm noch zu kalt. Die Komforttemperatur (Tcomf) liegt bei 4 °C, die Grenztemperatur (Tlim) sogar bei -2 °C. Also noch genug Luft nach unten.
    • trangia Kochsystem:
      • Trangia Spirituskocher Sturmkocher 25-7 Ultralight Hartanodisiertes Alu
        Das ist das große trangia-Set, d.h. für 3 – 4 Personen. Es gibt auch noch das 27er Set, welches für 1 – 2 Personen gedacht und daher etwas kleiner ist. Für mich alleine ist das 25er also eigentlich etwas zu groß, aber ich sehe das auch als Notfall-Kocher für die ganze Familie; z. B. wenn zuhause mal der Strom ausfällt.
        Auf meiner Tour hatte ich das komplette Set dabei, allerdings habe ich immer nur recht einfache Gerichte gekocht (Nudeln, Soße, Würstchen oder Fertiggerichte), so dass ich immer mit einem der beiden Töpfe ausgekommen bin. Falls ich nochmal alleine unterwegs sein sollte, würde ich daher vermutlich den größeren Topf weglassen, um etwas Gewicht einzusparen. Die Pfanne habe ich zum Braten nicht gebraucht, aber sie leistet als Deckel für den Topf gute Dienste, damit das Wasser/Essen schneller warm wird.
      • Trangia Wasserkessel 0,9 L für Trangia Kocher groß
        Auf meiner Tour hatte ich den Wasserkessel mitgenommen, weil ich gedacht hatte, dass ich mir gelegentlich eine 5-Minuten-Terrine o.ä. aufgießen oder an kalten Tagen Teewasser damit kochen würde. Da es aber nie kalt war und mir 5-Minuten-Terrinen erstens zu sperrig und zweitens nach einer ganztägigen Tour zu klein zum satt werden waren, habe ich den Wasserkessel nie benutzt und würde ihn vermutlich beim nächsten Mal weglassen. Notfalls kann man Wasser ja auch im Topf mit der Pfanne als Deckel zum Kochen bringen, wenn auch etwas weniger praktisch als mit dem Wasserkessel. – Der Wasserkessel bringt zwar etwas Extragewicht, benötigt aber zumindest keinen zusätzlichen Platz, da es perfekt in den kleinen Topf im Set passt.
        Im Wasserkessel ist auch noch Platz für wichtige Kleinteile wie den trangia-Brenner (das Kernstück des ganzen Systems!), den trangia-Griff für Töpfe und Pfannen, ein einfaches kleines Sturmfeuerzeug, einen Feuerstein/Feuerstahl (falls das Feuerzeug mal nicht funktioniert) und ein Klappmesser mit integrierter Gabel.
        Auf dem Wasserkessel ist außerdem noch Platz für einen klappbaren Pfannenwender und mein Gabel/Löffel-Besteck.
      • Trangia Schneidbrett/Sieb
        Sehr praktisches Multifunktionstool. Das Teil sollte eigentlich standardmäßig zum Set dazugehören! Ein absolutes Muss! – Man kann es nutzen, um Wasser aus dem Topf abzugiessen (und die z. B. Nudeln drin zu halten). Man kann es als Schneidbrett nutzen. Es schützt im verpackten Zustand die beschichtete Pfanne vor Kratzern. Man kann es als Deckel/Spritzschutz für die Pfanne benutzen. Und last, but not least, soll man es beim Camping im Schnee unter den Trangia Windschutz legen können, damit er nicht einsinkt. (Letzteres habe ich noch nicht ausprobiert.)
      • Aufbewahrungsbeutel Sturmkocher
        Sehr praktischer Aufbewahrungsbeutel, in den das Set perfekt reinpasst. Das Teil sollte eigentlich standardmäßig zum Set dazugehören! – Beinahe ein Muss, um den Trangia vor Kratzern zu schützen, aber auch um andere Dinge vor Kratzern durch den Trangia zu schützen. Mit in den Sack passten noch problemlos ein Paar feuerfeste Handschuhe aus dem Baumarkt, die ich mitgenommen habe, um ggfs. den Regulierring im Betrieb aufsetzen, abnehmen und ändern zu können, da das nur mit der Zange und bloßen Händen oft etwas schwierig ist. Außerdem hatte ich darin noch einen ZipLock-Beutel (1 Liter) mit Salz, Pfeffer und einem Fläschen Öl zum Anbraten. – Auf der Tour habe ich allerdings weder die Gewürze noch das Öl gebraucht, weil ich immer Fertiggerichte oder zumindest fertige Soßen verwendet habe, die schon gewürzt waren. Das ging einfach schneller und hat genauso satt gemacht. 😉 Auch die Schutzhandschuhe aber ich auf der Tour selten bis nie gebraucht, was aber auch an den einfachen Gerichten liegt, die – zumindest unter Rühren – die volle Hitze ganz gut vertragen haben.
  • Links auf der Isomatte: Ortlieb Packsack PD350, 22 Liter, gelb
    (Damit der Packsack nicht nach hinten verrutscht, wird er mit einem Karabiner locker an dem deuter Streamer Thermo Bag befestigt und später mit den Spanngurten richtig festgezurrt; siehe unten.)
    Um besser gesehen zu werden, habe ich an der unteren Schlaufe des Packsacks mit Hilfe eines passenden Stücks Aluminiumblech ein batteriebetriebenes Rücklicht (Busch & Müller LED-Rücklicht TOPLIGHT View permanent Batterie 50/80 mm Vario) installiert, weil das (identische) fest am Gepäckträger installierte Rücklicht aufgrund des ganzen Gepäcks kaum mehr zu sehen ist.

    • Zelt: Exped Gemini II
      Das Zelt ist eigentlich für zwei Personen gedacht, aber mit zwei Isomatten würde es schon recht eng werden und keinerlei Platz mehr für Gepäck bleiben. Alleine jedoch ist das Zelt sehr komfortabel und hält genug Platz für Utensilien oder gar große Teile des Gepäcks vor.
    • Anbau: Exped Outer Space
      Ich habe die Zelterweiterung als Garage für mein Liegeddreirad, zur Gepäckaufbewahrung und (bei Regen) als Kochstelle verwendet. Außerdem bin ich nie auf der freien Seite des Zelts ausgestiegen, sondern immer durch den Outer Space, da hier mehr Platz ist – vor allem mehr Kopffreiheit – als beim kleinen Vorzelt des Gemini II.
    • Camping-Hammer (Multifunktions High Carbon Stahl Camping Holzhammer Hammer für Heringe)
      Den Hammer habe ich zum Einschlagen der Heringe nur sehr selten benutzen müssen, aber der Haken am anderen Ende des Hammers war extrem praktisch beim Herausziehen der Heringe und wurde von mir jeden Morgen beim Abbauen des Zeltes benutzt! => Dicke Empfehlung!
    • Holzstück
      Damit lassen sich die Heringe leichter in den Boden drücken, da sie sich sonst in die Hände oder Schuhsohlen bohren; auch bei Verwendung des Hammers ist das Holzstück hilfreich, damit das Hämmern leiser ist und die Heringe weniger leiden.
    • Klappbare Mini-Schaufel
      War gedacht für schwierige Untergründe beim Zelten – z. B. zum Ein-/Ausgraben der Heringe oder zum Ausheben eines kleinen Schutzgrabens gegen Wasser – aber auf den Campingplatzwiesen ging das natürlich auch immer ohne. => Verzichtbar.
      Vielleicht beim Wildcampen in rauer Umgebung wichtiger…
    • 1x blauer Sack, um am Rad vorne die Kettenblätter abzudecken, bevor ich das Rad in meine Fahrradgaragen-Vorzelt schiebe. Ich habe mir nämlich leider ziemlich am Anfang (noch ohne die Abdeckung) das Zelt etwas mit Öl versaut als die Kettenblätter von innen ans Zelt gekommen sind. 🙁
  • Rechts auf der Isomatte: Ortlieb Packsack PD350, 22 Liter, gelb
    (Damit der Packsack nicht nach hinten verrutscht, wird er mit einem Karabiner locker an dem deuter Streamer Thermo Bag befestigt und später mit den Spanngurten richtig festgezurrt; siehe unten.)

    • Isomatte Thermarest Trail Pro, Größe L (196 x 63 x 5 cm)
      Schön große, bequeme aufblasbare Isomatte. Ich habe die große Version gewählt, damit ich mit meinen 1,80 m nicht überhänge, wenn ich mich richtig ausstrecke.
    • Aufblasbares Kopfkissen (Sea To Summit Aeros Ultralight Pillow)
      Einfach, aber bequem; und es passt prima in das Kopfteil des Schlafsacks, so dass das Kopfkissen nachts nicht wegrutscht.
      Die Verpackung ist so klein, dass das Kissen prima mit in die Hülle der Isomatte passt.
    • Ohrstöpsel Hansaplast Lärmstop (6er Pack, aber nur 2 St. gebraucht.)
      Die Ohrstöpsel packe ich mit in die Hülle der Isomatte, damit sie nicht verloren gehen und abends im Zelt gut zu finden sind.
    • Camping-Stromadapter (as-Schwabe 60488 Adapterleitung 230V / 16A / 3polig, 1,5m Gummischlauchleitung)
      Auf vielen Campingplätzen gibt es nur die speziellen Outdoor-Stromverteiler für Wohnmobile/-wagen. Daher war dieser Stromadapter auf vielen Plätzen dringend notwendig, um Stromversorgung im Zelt zu bekommen. Nur etwas länger als die 1,5 m hätte er ruhig sein können. Mindestens 3 m – besser 5 m – wären schon gut gewesen, um etwas flexibler bei der Standortwahl des Zeltes zu sein. Das ginge aber natürlich zu Lasten des Gewichts.
    • “Normale” Verlängerungsschnur mit 2 m Länge
      zzgl. kleiner Dreifach-Eurostecker-Buchse, um Notebook, eneloop AA/AAA-Akkuladegerät und Kamera-Akkuladegerät gleichzeitig betreiben zu können.
      Teilweise gab es aber auch nur normale Steckdosen, so dass eine normale Verlängerungsschnur notwendig war. – Ansonsten konnte ich damit auch einfach die Reichweite des kurzen Campingadapters etwas verlängern, was aber nur bei trockenem Wetter geht.
      Ich musste mein Zelt immer sehr nah an die Stromkästen stellen, was auf meiner Reise im September ganz gut funktioniert hat, aber ich vermute, dass das in der Hochsaison schwieriger ist. Daher würde ich ein längeres Kabel von 3 – 5 m empfehlen, was aber natürlich zu Lasten des Gewichts gehen würde.
    • Handy-Ladegerät
      Um schnell checken zu können, dass die Stromversorgung auch funktioniert, habe ich das Handyladegerät mit zu den Stromkabeln gepackt. Ich brauchte es ja ohnehin abends im Zelt.
    • Doppelwandiger Thermobecher, 290 ml, für heißen Tee o.ä.
      Zum Trinken von Heißgetränken habe ich den zwar auf dieser Tour nicht gebraucht, aber ich habe ihn als Messbecher verwendet, wenn ich eine bestimmte Menge Wasser für Fertiggerichte/Suppen brauchte. Er hat zwar leider keine Skala, aber wenn man das Gesamtvolumen kennt, kann man auch weniger ganz gut abschätzen.

      • Darin hatte ich noch einen gefalteten 1 Liter ZipLock-Beutel mit einigen Teebeuteln untergebracht, aber da es immer schön warm war, habe ich gar keinen Tee getrunken. – Kaffee übrigens auch nicht, da ich keinen Kaffee mag. 😉
    • Geschirrwaschen
      • Ein 1 Liter ZipLock-Beutel mit folgendem Inhalt:
        • 1x kleiner Schwamm
        • 1x Fläschen (120 ml) mit Geschirrspülmittel
      • 1x Mikrofaser Tuch (von Aldi)
      • 1x Ortlieb Faltschüssel, grün, Größe M (5 Liter)
        Da es auf Campingplätzen immer die Möglichkeit gibt sein Geschirr in richtigen Waschbecken zu spülen, habe ich diese Faltschüssel nicht gebraucht. – Das wäre beim Wildcampen natürlich anders gewesen.
        Ich habe übrigens die 5 Liter Größe genommen, weil da vom Durchmesser her alle Trangia-Teile (knapp) zum Spülen reinpassen; natürlich nicht gleichzeitig. 😉
    • 1x Microfaser Badetuch, blau, 80×130 cm
      War geplant für spontane Strandbesuche, die ich mir aber nicht gegönnt habe, oder um notfalls das Zelt von innen zu trocknen, wenn ich es hätte in strömendem Regen aufbauen müssen, was ich auf der Tour jedoch nicht habe machen müssen.
    • 10x blaue Säcke, um bei Bedarf was zu verpacken oder vor Schmutz, Regen etc. zu schützen
  • Quer oben auf den drei Packsäcken (Reißverschluss rechts): 1x Ortlieb Liegerad- und Scooterbike Rucksack, gelb, 18 Liter
    Durch die Ösen am Boden, in der Mitte und den Tragegriff ziehe ich zwei Spanngurte, die durch den Gepäckträger und komplett um die Isomatte herum führen, wodurch alle drei Packsäcke und der Liegeradrucksack gut befestigt sind.
    In diese Tasche kommen alle Dinge, die ich ggfs. tagsüber während der Fahrt benötige, da insbesondere die großen Fahrradtaschen so zugebaut sind, dass man sie nicht öffnen kann, ohne vorher die Packtaschen abzuladen, was lästig ist.

    • Beutel mit Werkzeug für die üblichen Reifenpannen und sonstige Kleinreparaturen: Das umfasst
    • Beutel mit Regenklamotten
      • Regenhose (sowie zwei Klettbänder, um die Regenhose unten möglichst eng schließen zu können)
      • Regenüberschuhe (Vaude Bike Gaiter, black, Größe: 44-46)
      • 2. Kappe, die keinen Nackenschutz hat, da der unter der Kapuze der Jacke zu warm wäre.
        Ich trage unter der Kapuze eine Kappe, weil dann die Kapuze besser hält und vor allem weiter nach vorne steht, wenn man die Kapuze vorne am Schirm der Kappe “einhängt”. => Besserer Regenschutz für’s Gesicht und insbesonder die Brille.
      • Regenjacke (Vaude Kofel Jacket II Herren, glowing red, Grösse: 3XL)
        Diese Jacke ist echt super, denn sie hat eine Kapuze, mit der man den Kopf gut vor Regen schützen kann, und an den Seiten große, zusätzliche Reißverschlüsse, die man zur besseren Lüftung aufmachen kann, wenn es gerade nicht regnet. Seeehr praktisch! 3XL ist schon recht groß – vor allem die Arme sind für mich etwas zu lang – aber lieber etwas zu groß als zu eng. So passt meine Bauchtasche gut unter die Jacke. Ich mag es auch nicht, wenn die Jacke zu eng am Körper anliegt, da das für stärkeres Schwitzen sorgt.
      • Ersatz-Regenjacke (VAUDE Herren Jacke Spray Jacket IV, canary/gelb, Größe: 3XL/58)
        Diese “Spray IV”-Jacke ist vom gleichen Hersteller (Vaude) und hat die gleiche nominelle Größe (3XL) wie die “Kofel II” (s.o.), fällt aber wesentlich kleiner aus! Hier passt mir 3XL so gerade noch. Mit Bauchtasche wird’s schon recht eng… und Belüftung an den Seiten oder eine Kapuze gibt’s auch nicht. Dafür ist sie super-leicht, hat ein sehr kleines Packmaß und niedriges Gewicht. Also der ideale Begleiter für den Notfall bzw. – wie hier – als Zweitjacke, falls die erste (schon/noch) nass ist.
        Einmal habe ich die Ersatzjacke einsetzen müssen; nämlich am Tag nach dem großen Regen, da die normale Regenjacke aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit über Nacht im Zelt nicht trocken geworden ist. Da war ich recht froh noch Ersatz zu haben.
      • Handschuhe gegen Kälte und/oder kalten Regen:
        Da es selbst an den Regentagen nie wirklich kalt war, habe ich die Handschuhe auf dieser Tour nie gebraucht, aber die Themperaturen hätten im September ja auch ganz anders sein können. Da wäre ich dann froh gewesen, die Handschuhe dabei zu haben.

        • 1 Paar Handschuhe, die ganz gut gegen Kälte und (zumindest) eine Zeitlang gegen Regen schützen.
        • 1 Paar GORE BIKE Wear Herren Thermo-Regen-Fahrradhandschuhe (neon yellow/black), die gut gegen Regen schützen sollen, aber “leider” auch recht warm sind. Also eher was für den Winter.
    • Essensreserve für den Tag
      • Bifi & Bifi Roll
      • Butterkekse, Waffeln o.ä.
      • Irgendwas von Haribo
    • Deo (bac Cool Energy Men, 150 ml)
      Ich dachte, dass ich mich damit – z. B. vor dem Betreten eines Supermarktes – etwas frisch hätte machen können. Auf der Tour war es aber i.d.R. sooo warm, dass sowieso der ganze Körper verschwitzt war, so dass punktueller Einsatz von Deo – z. B. unter den Armen – eh nicht ausgereicht hätte und ich kann ja auch nicht den ganzen Körper einsprühen… daher habe ich das Deo aus dem Liegerad-Rucksack tagsüber nicht benutzt, sondern nur das aus dem Kulturbeutel jeweils morgens (vor der Abfahrt) und abends (nach dem Duschen).
    • Sonnencreme (kleiner Pumpspray)
    • Mückenschutz (Autan Active Pumpspray)
    • Feuchttücher (zur Händereinigung; z. B. nach Fahrradreparaturen)
    • Wasserdichte Tasche (Crenova BP-02) für’s Handy, um es auch bei Regen für die Navigation nutzen zu können. Die Bedienung des Touchscreens funktioniert – zumindest bei meinem Samsung Galaxy S6 – auch durch die Hülle einwandfrei.
      (Auch praktisch für Bootsausflüge u.ä. im Urlaub, um Handy, Geld etc. wasserdicht zu verpacken.)
    • 5000 mAh PowerBank (Sanyo Mobile Booster)
      (Habe ich genutzt, wenn ich das Handy als Navigationsgerät benutzt habe oder das Handy aus anderen Gründen (fast) leer war.)
    •  Ersatzakkus:
    • Kompaktes Dreibein-Stativ Cullmann 50011 Stativ Pronto (benötigt für Selfies am Start und Ende der Tour)
      Ich besitze das Stativ schon seit vielen Jahren und es hat mir schon oft gute Dienste geleistet. Es ist recht leicht und klein (ideal für unterwegs), aber dennoch ausreichend stabil.
    • 3x große blaue Säcke als Unterlage
      (Die hätte ich verwendet, wenn ich tropfende, nasse Taschen in einem Zimmer auf Teppichboden hätte stellen müssen, was aber auf dieser Tour nie der Fall war.)
    • 1x Warnweste, falls ich an gefährlicher Stelle und/oder bei schlechten Sichtverhältnissen eine Panne gehabt hätte, was aber zum Glück nicht der Fall war. => Nicht gebraucht.
    • Taschentücher (Reserve)
  • Hinten befestigt an einer Öse des Liegerad-Rucksacks und einem der Packsäcke: 1x Ortlieb T-Pack, orange/mango, 1,3 Liter
    • Klopapier
      • Das T-Pack ist eine wasserdichte Tasche für eine Klopapierrolle mit praktischer Aufhängung für das Geschäft in der Natur.
        (Im Prinzip hätte man die Klopapierrolle auch in einem Gefrierbeutel wasserdicht verpacken und in eine Tasche tun können, aber mit dieser Tasche kann man sie außen anhängen, so dass sie immer im direkten Zugriff ist und keinen Platz in den anderen Taschen wegnimmt und auch nicht gequescht wird.)
    • Badelatschen
      • Die Badelatschen habe ich außen am Gepäck befestigt, indem ich die Bänder des Ortlieb T-Packs durch die Badelatschen gezogen habe. So waren sie leicht erreichbar und ich konnte am Ende einer langen Tour abends als erstes die Fahrradschuhe ausziehen und in die Badelatschen schlüpfen, bevor ich mit Rad abladen und Zeltaufbauen weitergemacht habe. Meine Füße haben es mir gedankt. 🙂
  • Parallel zum Gepäckträger habe ich noch zwei Gummi-/Expanderseile mit Haken über das Gepäck gespannt, was alles noch etwas besser zusammen hielt und ich außerdem genutzt habe, um mein Leergut (Radlerdosen und kleine Colaflaschen) außen einzuklemmen.
  • In der Bauchtasche befanden sich einige wichtige Dinge, die man immer griffbereit haben sollte:
    (Die Bauchtasche selbst ist nicht regendicht, aber bei Regen war sie unter der Regenjacke ganz gut geschützt.)

    • Handy (Samsung Galaxy S6, 32 GB, schwarz)
      Sicherheitshalber hatte ich zusätzlich noch einen Gefrierbeutel mit Klipp dabei, um das Handy zusätzlich vor Regen (oder Schweiß) zu schützen.
    • Geldbörse Eagle Creek Zip Stash (grün) mit Karten
      • EC- & Kreditkarte
      • Jugendherbergsausweis
      • Personalausweis
      • Führerschein
    • Taschentücher
    • Lippenpflege (Labello) mit hohem Lichtschutzfaktor
    • Nasenspray (Otriven)
    • Kugelschreiber
    • Kleiner Block (Herlitz Spiralnotizblock A7 kariert) für Notizen
    • Meine ausgedruckte Touren- und Unterkunftsliste in einer Klarsichthülle (als Nässeschutz); alles klein gefaltet auf A7-Größe.
    • Schlüssel vom ABUS-Fahrradschloss (siehe oben)
    • Ersatz-Akkus für den Fotoapparat (DMW-BCM13)
    • In-Ear-Kopfhörer für’s Handy
      Gegen Ende der Tour ein paar Mal genutzt, um mich per Sprachansage durch Google Maps navigieren zu lassen.
    • Kleine Tube mit einer Hydrocortison-Salbe als schnelle Hilfe gegen juckende Mückenstiche.
    • Ein paar Halsbonbons; auf der Tour sehr selten genutzt.
    • Am Gurt der Bauchtasche habe ich eine Kameratasche befestigt und darin befand sich die Kamera mit der ich Fotos gemacht und kleine Filme gedreht habe:
      • Bundlestar Baxxtar M Premium Kameratasche schwarz (Leder) mit praktischem Magnetverschluss
        Der Magnetverschluss ist wichtig, weil die meisten Kamerataschen leider einen Reissverschluss haben, was auf dem Fahrrad sehr lästig ist. Mit dem Magnetverschluss kann ich die Kamera schnell mit einer Hand ziehen und wieder wegstecken.
      • Panasonic LUMIX DMC-FT5
        Gute wasserdichte Kompaktkamera, so dass ich sie auch bei Regen gefahrlos nutzen konnte. Außerdem hat sie GPS für Positionsinformationen in den Bildern, was insbesondere auf so einer Tour sehr praktisch ist, weil man sonst zuhause nicht mehr genau weiß, wo das Foto aufgenommen wurde. Ein 4,6-facher optischer Zoom und WiFi runden das positive Bild ab.

 

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Deutschlandtour – Lustiges

Auf meiner Deutschlandtour 2016 von Flensburg nach Oberstdorf habe ich das ein oder andere zum Schmunzeln entdeckt. Hier die 15 Highlights:

1. Wenn DAS Teil fliegt, tauche ich demnächst mit ‘nem Airbus zum Meeresgrund.zeppelin-bagger

2. Neuer Trend: Wetter-Kuh statt Wetter-Hahn.

Neuer Trend: Wetter-Kuh statt Wetter-Hahn.

3. Neue Welt? Ist das nicht Amerika? – Nächster Halt: New York City.weg-zur-neuen-welt

4. Bäuerin oder schwuler Bauer?

rosa-ballen

5. Begrüßung morgens auf dem Lande:

kuhten-morgen

6. Hier sollten Radfahrer mit Namen Fritz niemals nie nicht links abbiegen!

sterbfritz

7. Mehr aus der Reihe “Lustige Ortsnamen”:

poppenweilerDer Name hat mich allerdings nicht besonders überrascht, denn hier im Dreiländereck D-NL-B gibt es z. B. die Orte “Bettendorf”, “Puffendorf” und “Geilenkirchen”.

8. Und dann sagte der Cowboy in gebrochenem Deutsch:

geb-sattel

9. Schilder, die die Feuerwehr im Einsatz nicht gern liest:

hydrant-trocken

10. Achtung, dreiste Plagiate kommen nicht nur aus China!

ferrari

11. Ich wusste gar nicht, dass Petrus auch einen Campingplatz betreibt. Vielleicht hilfreich bei Wartezeiten vor dem Tor zum Jenseits!?

campingplatz-himmelspforte

12. Analphabeten besser nicht(!) links abbiegen.

buch

13. Krieg im Bett?

bettwar-beginnAber jeder Streit ist auch irgendwann vorbei:

bettwar-ende

14. DAS muss das Neuland sein von dem die Merkel immer im Zusammenhang mit dem Internet spricht:

neuland

15. CDU-Wahlplakat-Slogans: Die Krönung der Null-Aussage.

mehr-dialogmehr-cduEs gibt mehrere Varianten:
“Mehr Dialog!” (siehe links)
“Mehr Transparenz!”
“Mehr Internet!”

“Mehr … äh … mir fällt nichts mehr ein”, sagte einer.

Darauf der andere: “Wie wär’s mit: Mehr CDU?”

Alle: “OK, super! Die doofen Wähler merken eh nicht, dass es uns längst nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Machterhalt geht!”

Übrigens: Die anderen Parteien waren aber auch nicht besser. Die CDU hat das nur auf die Spitze getrieben. – Ist das eigentlich noch Wahlwerbung oder schon Real-Satire?

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Stefans Deutschland-Tour 2016: Flensburg -> Oberstdorf

Im September 2016 konnte ich meinen Traum verwirklichen und Deutschland einmal komplett mit dem Fahrrad durchqueren; von der dänischen Grenze bei Flensburg bis zur österreichischen Grenze bei Oberstdorf. Die reine Fahrzeit betrug 17 Tage. Hinzu kamen ein Tag Vorbereitung/Packen, zwei Tage für An- und Abreise sowie ein Tag für eine Wanderung durch die Breitachklamm bis zur österreichischen Grenze, also insgesamt genau drei Wochen (= 21 Tage).

Hier meine Tourberichte:

Sonstiges:

Zeitungsartikel:

  • Zeitungsartikel in der Aachener Zeitung, Lokalteil Nordkreis, 22.11.2016, Seite 16 (auch online verfügbar)

    2016-11-22_az_artikel_stefan-deutschlandtour-2016

    Auf Bild klicken für vergrößerte Ansicht.

  • Ausschnitt aus Artikel über den “Tag der besonderen Leistungen” (08.03.2017) in der Baesweiler Stadtinfo vom 04.04.2017, Seite 7 (auch online verfügbar)

    Der Baesweiler Bürgermeister Dr. Willi Linkens überreicht mir eine Urkunde für “hervorragende Leistungen beim Durchqueren Deutschlands mit dem Liegerad im Jahr 2016”. 🙂

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Deutschlandtour – Tag 17+2 – 48,0 km – Rückfahrt

Mittwoch, 21.09.2016:

Wecker wieder um 7 Uhr, flott aufgestanden, alle Taschen gepackt und, da das Frühstück ja erst um 8:30 Uhr fertig ist, schon mal das Fahrrad beladen und alles verzurrt. Das Fahrrad konnte ich übrigens wunderbar im Gartenschuppen der Bergbauern Pension unterbringen. Prima. Dann noch gefrühstückt. Diesmal sogar etwas mehr als sonst und nur eine belegte Semmel eingepackt, da ich ja heute mit dem Rad nur eine Halbtagesetappe vor mir habe. Da es nämlich in Oberstdorf keine Mietwagenstation gibt, muss ich heute nach Kempten zurück.

Losgefahren bin ich dann um 9:20 Uhr, was noch gut in der Zeit war, allerdings musste ich erst noch in der Tourismus-Info vorbei, um meinen Zipfelpass abstempeln zu lassen. Der Zipfelpass ist eine Besonderheit der vier Gemeinden an den äußersten Ecken Deutschlands. Bekommen habe ich ihn damals in Görlitz in Sachsen, welches ganz im Osten liegt. Im Süden ist es Oberstdorf, und da ich hier ja übernachtet habe, konnte ich mir den entsprechenden Stempel abholen. Im Norden ist es leider nicht Flensburg, sondern List auf Sylt, und im Westen ist es die Gemeinde Selfkant. Da war ich zwar neulich zweimal auf Radtouren zum Training, aber ohne Übernachtung, weil ich dafür zu nah dran wohne. – Ist natürlich eigentlich völlig unwichtig, aber der Mensch ist ja nun mal Jäger und Sammler… daher macht Stempelsammeln natürlich schon irgendwie Spaß. Mal sehen, ob/wann ich mal nach List komme und ob vielleicht mal eine Übernachtung im Selfkant drin ist. We’ll see…

Der Weg die Iller runter lief übrigens wesentlich besser als rauf. Insbesondere die ersten ca. 20 km von Oberstdorf aus laufen super, weil es auf der Strecke ca. 70 Höhenmeter Gefälle gibt. So waren Geschwindigkeiten von z. T. über 20 km/h trotz voll beladenem Rad und Schotterstrecke möglich. Umkehrt, also Iller aufwärts, sah das vor zwei Tagen noch ganz anders aus. 😉

Und wie üblich hier der Track:

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So war ich überraschenderweise schon kurz nach 13 Uhr bei Europcar in Kempten. Leider hatte ich den Wagen erst für 15 Uhr bestellt, aber so hatte ich zumindest Zeit, ganz in Ruhe mein Rad abzuladen, mich etwas frisch zu machen und umzuziehen (verschwitzte Radklamotten aus, Jeans, T-Shirt etc. an), schon mal den heutigen Track vom Garmin zu laden und diesen Blogeintrag zu beginnen. 😉

Gegen 14:30 Uhr kam dann der für mich reservierte Wagen bei der Mietwagenstation an. Statt des eigentlich bestellten VW Passat Kombi, war es ein Kia Carens, weil man ja immer nur eine Fahrzeugklasse buchen kann und kein ganz konkretes Fahrzeug. Der Wagen ist zwar recht kurz, aber dennoch ausreichend groß – insbesondere schön hoch – für mein Rad, so dass es (zumindest mit dem vorne umgeklappten Kurbelbaum) prima hineinpasste. Und das Gepäck noch dazu.

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Der Wagen war sogar besser ausgestattet als gebucht, denn er hatte sogar Automatik. Sehr praktisch. Außerdem war es ein durchzugsstarker Diesel, der dennoch nur geringen Durst hatte, so dass die Spritkosten erfreulich gering blieben, obwohl ich den Wagen zwischenzeitlich auch mal ordentlich ausgereizt habe. Der schaffte glatt die 200 km/h und war dabei immer noch sehr gut beherrschbar. Bisher bin ich noch keine asiatischen Automodelle gefahren, aber ich muss sagen, ich bin von den Fahreigenschaften und der Fahrleistung sehr beeindruckt. Was mir jedoch nicht so gefiel, waren die Anzeigen und die Menüführung etc. – So zeigt mir z. B. der Tempomat nicht an, welche Geschwindigkeit aktuell eingestellt war. Das kann sogar mein 10 Jahre alter VW Passat schon, und der Opel Insignia von der Hinfahrt konnte das natürlich auch. Außerdem gibt es Dinge, die man in einem Auto einfach NICHT sehen will und dazu gehören ganz sicher Meldungen wie diese, welche sich noch im Stand beim Einrichten und Kennenlernen des Autos recht hartnäckig zeigte und nur schwer wieder loszukriegen war. 🙁 Irgendwann startete sich das System dann doch mal ganz neu und alles war wieder gut.

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Zum Glück tauchte die Meldung später nicht mehr auf, aber es passierte schon mal, dass das Entertainment-System plötzlich aufhörte, die Musik von meinem USB-Stick zu spielen. Dann half nur noch USB-Stick ziehen und wieder neu einstecken. Dann ging es weiter. Das ist während der Fahrt mehrfach passiert. Sowas kenne ich von meinem VW Passat oder auch dem Opel auf der Hinfahrt nicht. Insofern scheint Kia auf diesem Gebiet noch etwas an der Stabilität arbeiten zu müssen.

Um 15 Uhr bin ich dann losgefahren, und bereits um 21:15 Uhr hatte ich die 629 km lange Strecke bis zu mir nach Hause schon absolviert. Ich bin die Route über die A7 (bis Würzburg), A3 (bis Köln) und A4 gefahren, weil es – laut Google Maps – auf der A8 einige Baustellen mit Stau-bedingten Verzögerungen mehr gegeben hätte. Es lief auf meiner Route also – wie von Google Maps vorhergesagt – echt gut durch. Der kleine Stau bei Würzburg hat höchstens 15 Minuten gekostet, und später war nochmal ein bisschen stockender Verkehr vor einer Baustelle, aber auch das war nicht so schlimm.

Abendimpression auf der Autobahn.

Abendimpression auf der Autobahn.

 

Gegen 19 Uhr habe ich mir dann in Limburg sogar noch eine halbstündige Pause zum Abendessen gegönnt. Dennoch konnte ich abends noch meine Frau und überraschenderweise sogar die Kinder (so gerade noch) wach antreffen und in die Arme schließen. Ich wurde sogar mit einem selbstgemalten Willkommensschild meiner Lieben sowie mit Radler im Kühlschrank überrascht. Ein schöner Tages- und Tourabschluss! 🙂

Bis morgen 15 Uhr werden wir dann noch den Mietwagen volltanken und zu Europcar nach Aachen zurückbringen.

PS:
Ich habe jetzt mal die ganzen Sachen gewogen, die ich so auf der Reise dabei hatte. Ich komme – inkl. voller Getränkevorräte etc. – auf ein morgendliches Startgewicht von ca. 50 kg Gepäck. Dadurch, dass über den Tag einiges weggetrunken und weggegessen wird, wurde es zum Abend hin etwas weniger, aber mehr als 45 kg werden es dennoch zu jedem Zeitpunkt gewesen sein. Durch die Erfahrungen, die ich jetzt gemacht habe, könnte ich in Zukunft bei ähnlichen Touren – sofern es sowas denn nochmal geben sollte – ein paar Dinge einsparen, allerdings muss ich schon sagen, dass ich das meiste, was ich dabei hatte, auch irgendwann mal gebraucht habe. Das gilt für das Werkzeug und Ersatzteile nur eingeschränkt, aber da sollte man – denke ich – nicht zu sehr sparen, da ich ja festgestellt habe, dass auch sehr unerwartete Dinge kaputt gehen können. 😐

PPS: Ich hatte ja ab Tag 7 (oder so) das Problem, dass mein Notebook plötzlich keine richtige Internetverbindung mehr bekam, obwohl die Verbindung stand (IP zugewiesen, Gateway und DNS-Server auch) und sogar ping funktionierte, klappten Web-Zugriffe nicht. Hier zuhause habe ich dann mal alles wichtige von meinem Notebook gesichert und wollte ihn schon komplett zurücksetzen, aber über das “Netzwerk- und Freigabe-Center” und das Status-Fenster habe ich zuvor nochmal die (Windows-Netzwerk-)Diagnose aufgerufen und konnte dort veranlassen, dass (nur) alle Netzwerk-Interfaces zurückgesetzt werden. Ich meine, dass ich die Diagnose auch unterwegs schon mal aufgerufen hätte und da nichts dergleichen angeboten wurde, aber egal… jedenfalls, hat das Zurücksetzen und ein anschließender Reboot das Problem tatsächlich behoben! Hey, ich kann wieder übers Notebook ins Internet. Endlich. 🙂

 

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Deutschlandtour – Tag 17+1 – Oberstdorf & Breitachklamm

Dienstag, 20.09.2016:

Die offizielle Tour ist zu Ende, aber nachdem ich mein Startfoto im Norden ja an der dänischen Grenze gemacht habe, muss es natürlich hier im Süden auch noch ein Abschlussfoto an der Grenze zu Österreich geben, womit das ganze Projekt so richtig abgeschlossen wird. Schon früh in der Planung kam die Idee, das mit einem Besuch der Breitachklamm zu verbinden, da recht kurz hinter der Breitachklamm Österreich anfängt.

Gesagt getan. Der Wecker ging heute gnädigerweise erst um 8 Uhr, weil mit dem Vermieter des Zimmers Frühstück für 8:30 Uhr ausgemacht war. Schnell etwas gefrühstückt und eine Extrasemmel für den Tag geschmiert. Um 9:35 Uhr fuhr dann an Bussteig D, direkt neben dem Bahnhof, der Bus zur Breitachklamm ab. Die Strecke kostet mit einfacher Fahrt, d.h. nur hin, aktuell 2,30 €. Die Fahrt dauert nur knapp eine Viertelstunde und bald ist man an der Kasse vom Taleingang der Klamm. Der Eintritt kostet 3,50 € mit der Allgäu-Walser-Karte, die man als Übernachtungsgast erhält; ansonsten sind es 4 € für einen Erwachsenen.

Ursprünglich war der Besuch der Klamm mehr Mittel zum Zweck, nämlich auf interessante Weise nach Österreich zu kommen, aber als ich dann drin war, war ich doch sehr beeindruckt. Also, ich mag ja sowieso Bergbäche/-flüsse, weil die so eine ungezähmte Wildheit zeigen… also Wasser so richtig in Action. 😉 Hier ein Bild von mir an der Breitach, wo sie wieder relativ viel Platz hat.

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Und die Breitach ist hier wirklich wild! Im Flussbett gibt es jede Menge Felsbrocken und sogar ganze Bäume, die der Fluss mitgeschleppt hat. Einige davon haben sich sogar richtig in der Klamm verkeilt. Man kann auch gut sehen, wie das Wasser im Laufe der Zeit den Fels rund geschliffen hat.

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Dann gibt es noch diese Stelle hier; siehe Foto unten. Man geht oben über eine Brücke, und die Breitach floss heute geschätzte 6 – 8 Meter unter mir, aber ein Schild verriet, dass im August 2005 die Breitach an dieser Stelle einen Wasserstand von 6,60 m über(!) der Brücke hatte. Das ist ein Unterschied von ca. 14 Metern, und an dieser Stelle konnte damals natürlich niemand mehr stehen. :-O Da ist dann auch schnell klar, warum die Eintritt für die Klamm nehmen (müssen). Es reicht nämlich nicht, den Weg einmal zu bauen, was bereits vor über 100 Jahren geschehen ist, sondern durch die Kräfte der Natur müssen Teile der Strecke immer wieder erneuert werden, weil es Felsstürze von oben oder eben Zerstörungen durch das Wasser von unten gibt.

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Die Wegführung in der Klamm ist oft ziemlich abenteuerlich; siehe obiges Foto. Da geht es auf Brücken über den reißenden Strom, unter Felsüberhängen hindurch und am Anfang sogar einmal durch einen in den Fels geschlagenen Tunnel. Und überall tropft es von oben (zumindest bei so feuchtem Wetter wie im Moment), obwohl es heute nicht geregnet hat. An einigen Stellen gibt es sogar richtige kleine Wasserfälle, die von oben in die Breitach stürzen. – Kann man sich schlecht vorstellen, muss man selbst gesehen haben.

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Nach nur 45 Minuten hatte ich die Breitachklamm von unten nach oben durchquert und die Walserschanz – und damit Österreich – erreicht. Und hier jetzt das richtige Tourabschlussfoto an der Grenze. Damit ist es endgültig offiziell: Ich habe Deutschland von Dänemark (Startfoto) bis Österreich durchquert.

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Der Grenzgasthof Walserschanz hat leider dichtgemacht, aber ich brauchte ja auch nichts. Meine Verpflegung hatte ich dabei.

Ursprünglich wollte ich dann von der Walserschanz mit dem Bus zurück nach Oberstdorf fahren. Das wäre ganz problemlos gegangen, weil die Busse hier meist im 10-Minuten-Takt fahren. Echt super! – Da es aber erst 10:30 Uhr und damit noch recht früh am Tag war und ich mein Tagesziel, nämlich das obige Foto, schon erreicht hatte, dachte ich mir, das Geld für den Bus kann ich sparen und obendrein meine Wanderung noch etwas ausdehnen. Daher habe ich mich also zu Fuß auf den Weg zurück nach Oberstdorf gemacht, wo ich 1,5 Stunden später um 12 Uhr wieder an meiner Unterkunft ankam. Inklusive der Breitachklamm war die Wanderung damit 9 – 10 km lang. Unterwegs hatte ich einen schönen Blick auf Oberstdorf, wo bei sich die Berge leider weiter in Wolken hüllten. Hier das Panorama:

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Ich hatte ja geschrieben, dass ich gestern im Restaurant zu einem netten älteren Paar gesetzt wurde, mit dem ich mich angeregt unterhalten hatte. Und jetzt ratet mal, wer mir nur wenige Kilometer vor Oberstdorf auf dem Wanderweg entgegenkam? Genau, das Paar aus dem Restaurant von gestern. Das war ja mal wieder ein irrer Zufall. Oberstdorf hat viele Wanderwege in alle möglichen Richtungen, aber sie gehen genau den rauf, den ich gerade runtergehe… zumal ich ja ursprünglich auch gar nicht zu Fuß gehen wollte. Wir haben uns dann auch direkt herzlich per Handschlag begrüßt und nochmal kurz gequatscht, uns aber auch bald wieder verabschiedet. – Bei der Norwegerin auf dem Campingplatz an der Weser war es ja auch schon so, dass sie genau aus der Gegend Norwegens kam, die ich von früheren Geschäftsreisen ein bisschen kenne. – Schon ein bisschen unheimlich, solche Zufälle, oder? 😉

Nach der Wanderung habe ich mir eine Mittagspause mit etwas Ruhe auf dem Zimmer gegönnt. Aber am Nachmittag bin ich dann noch für 2 Stunden in die Oberstdorf-Thermen gegangen. Oberstdorf ist so klein, da kann man echt alles in wenigen Minuten fußläufig erreichen. Echt praktisch! – Zunächst habe ich mich ins 35 °C warme Solebecken gelegt und habe einfach nur entspannt. Dann bin ich 15 – 20 Minuten lang 10 große Runden im Schwimmerbereich des großen (kühleren) Beckens geschwommen. Da das Bad an diesem Dienstagnachmittag in der Nachsession nur sehr schwach besucht war, hatte ich (fast) die ganze Zeit das riesige Becken für mich ganz allein. Super! Wann hat man das schon mal? – Nachdem nun beim Schwimmen auch die Arme mal was zu tun hatten, nicht nur die Beine, wie beim Radfahren und Wandern, habe ich mich noch eine Weile faul ins Warmwasserbecken gelegt und mal so richtig ausgespannt.

Anschließend wieder nach Hause, um die nassen Sachen zum Trocken aufzuhängen. Dann noch kurz zum Supermarkt, um etwas Leergut abzugeben, und anschließend wieder ein Restaurant gesucht (diesmal ein anderes) und lecker gegessen. Nicht so gut wie gestern, aber war OK.

Jetzt freue ich mich auf die letzte Radfahrt dieser Tour, die Rückfahrt nach Kempten zur Mietwagen-Station, denn in Oberstdorf gibt es sowas leider nicht. Ach ja, den Mietwagen habe ich wieder über das Vergleichs-/Vermittlungsportal billiger-mietwagen.de gebucht. Zufällig wird der Wagen wieder über den gleichen Anbieter wie auf der Hinfahrt gebucht, welcher sich letztlich wieder Europcar bedient. Diesmal habe ich den Wagen einfach per App auf dem Handy gebucht, was einfach und schnell ging. Klasse, wie einfach sowas heutzutage ist.

Wenn alles klappt wie geplant, bin ich dann also Morgennachmittag wieder in Kempten, lade mein Rad und alle Taschen ins Auto und werde dann schon Morgenabend/-nacht wieder zuhause sein. Die Familie freut sich schon…

Und wie üblich noch der Track; nur diesmal von der Wanderung, nicht von der Radetappe:

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Deutschlandtour – Tag 17 – 51,8 km – Kempten -> Oberstdorf (ZIEL!)

Montag, 19.09.2016:

Wecker heute ausnahmsweise mal auf 7:30 Uhr gestellt, weil die Fahrradläden eh nicht so früh aufmachen. Im Frühstücksraum des Hotels “St. Raphael im Allgäu” wieder mal Brötchen für die Fahrt geschmiert und eingepackt und ansonsten nicht viel gegessen, aber O-Saft getrunken. Lecker. Da das Zimmer bis spätestens 11 Uhr geräumt sein muss und ich nicht genau weiß, wie lange die Reparatur braucht, habe ich sicherheitshalber schon mal alles gepackt und ausgecheckt. Meine ganzen Taschen konnte ich im Hotel lassen. Ich habe nur den Liegerad-Rucksack aufs Rad geschnallt, um ein paar Dinge mitnehmen zu können. Um 9:15 Uhr fuhr ich dann zum nächstgelegenen Fahrradladen, der so früh auch schon auf hat. Der Fahrradladen, der meine erste Wahl gewesen wäre, macht nämlich leider erst um 10 Uhr auf. Für mich zu spät. Der Besitzer des Ladens “Zweirad Süssner” machte zwar einen eher missmutigen Eindruck. So, als ob er keine große Lust habe, mein Rad zu reparieren, aber er hat es trotzdem gemacht und alles wieder hinbekommen. Das Hinterrad hat jetzt 4 neue Speichen und keine Acht mehr. Er äußerte sich allerdings etwas skeptisch, ob das besonders lange hält, weil er einige der Speichen wohl schon sehr stark anziehen musste, um die gewaltige Acht aus dem Rad rauszukriegen. Möglicherweise hat sich die ganze Felge etwas verzogen. Er empfahl jedenfalls, die später nochmal komplett neu einzuspeichen oder evtl. sogar eine neue Felge in Betracht zu ziehen. Naja, mal sehen… Hauptsache ich komme jetzt erst mal nach Oberstdorf und in ein paar Tagen wieder zurück nach Kempten, um von da aus mit dem Rad im Mietwagen zurück nach Hause zu fahren. Ach ja, ich hatte gestern übrigens völlig vergessen zu erwähnen, dass schon vor der kapitalen Speichen-/Reifenpanne der rechte Schaltzug (für die 9-fach-Schaltung hinten) anfing, sich aufzulösen; d.h. 3 der kleinen verzwirbelten Drähte des Schaltzuges waren schon gerissen, aber die überwiegende Mehrheit hielt zum Glück noch. Da ich ja gestern den festen Plan hatte, in Oberstdorf anzukommen, konnte bzw. wollte ich mir keine Reparaturverzögerung leisten, und hoffte, dass das noch bis Oberstdorf hält. Ich bin daher gestern sicherheitshalber etwas schaltfauler gefahren, um den Schaltzug etwas zu schonen. Ich hatte sogar zwei Ersatz-Schalt-/Bremszüge dabei, die ich dann in Oberstdorf (oder vielleicht auch erst zuhause) eingebaut hätte. Da aber eh alles anders kam und ich sowieso in die Werkstatt musste, habe ich den Schaltzug ebenfalls dort austauschen lassen. Geht einfach schneller, wenn die es machen. Die haben mehr Routine und das bessere Werkzeug griffbereit. Nach etwas mehr als einer Stunde Arbeit war alles fertig, das Rad wieder in gutem Zustand und die Reparatur bezahlt (38,- €). Hinzu kam noch ein Ersatzschlauch, da ja einer komplett hinüber war. Leider hatten sie keinen Ersatz-Faltreifen in 20 Zoll da, so dass ich die letzten Kilometer ohne Reservereifen auskommen muss… aber das wäre schon wirklich seeehr großes Pech, wenn ich auf den wenigen Restkilometern noch einen zweiten Reservereifen benötigen sollte. Wird schon schiefgehen…

Um 11 Uhr war dann also das Rad fertig. Dann schnell zurück zum Hotel, alle Taschen und Beutel etc. wieder auf dem Rad verzurren und erst mal ein Brötchen auf der Bank vor dem Hotel “früh”stücken. Die Bank ist wohl primär für Raucher gedacht, aber zum Glück kam gerade kein Raucher.

Richtig aufgebrochen Richtung Oberstdorf bin ich dann um 11:45 Uhr, was noch OK war, denn ich wollte bis 12 Uhr weg sein, um noch rechtzeitig in Oberstdorf anzukommen. Die aktuelle Höhe bei Abfahrt in Kempten war 700 m ü. NN.

Zunächst ging es wieder nach Google Maps Fahrrad-Navigation aus Kempten raus. Das hat aber mit reinen Ansagen über Kopfhörer – d.h. ohne die Route vor Augen zu haben – diesmal nur bedingt funktioniert, weil Radwege an Straßen leider öfter mal Haken schlagen und Google dann ansagt “Links abbiegen”, obwohl es eigentlich geradeaus bzw. sogar leicht rechts meint. Ich musste immer mal wieder anhalten, das Handy in die Hand nehmen und die Route checken, weil die Anweisung nicht zu den Richtungsangaben auf den Schildern passten. Besser wurde es erst, als ich weiter aus der Stadt rauskam und es keine abgetrennten Radwege mehr gab. 😉 Meine Taktik war, zunächst weiterhin eher auf Google und Straßen zu vertrauen als auf den Track vom Illerradweg, aber einerseits waren die Ansagen teilweise weiterhin kurios und andererseits führten die Straßen jetzt immer häufiger auf und ab an den Hängen neben der Iller. Daher beschloss ich dem Illerradweg eine zweite Chance zu geben. Genau in dem Moment, wo ich auf meine Route und damit den Illerradweg einbiegen wollte, entdeckte ich jedoch das folgende Schild:

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Ja, nee, is klar… ok, dann also zweite Chance vertagt und erst mal der Umleitung folgen. Irgendwann gab es ein Umleitungsschild, das auf den Illerradweg zurückführen sollte, aber dieser Umleitungsweg bestand wieder nur aus 2 Schotterspuren und hohem Gras in der Mitte. Vielen Dank, ich bleibe dann mal weiter auf der Straße. *seufz* Etwas später gab es dann aber nur noch die Entscheidung zwischen richtig steil die Straße rauf und einen recht großen Umweg fahren oder auf den Ilerradweg zurück. Hier nun bekam der Illerradweg endlich seine zweite Chance. Und siehe da, es war nicht mehr so schlimm wie zwischen Neu-Ulm und Memmingen, d.h. so gut wie kein Gras in der Mitte, aber es blieb leider bei einem reinen Schotterweg. Manchmal war der Schotter recht lose und unangenehm, aber meist ausreichend fest, um mit einigermaßen erträglicher Geschwindigkeit voranzukommen. Immerhin ging es ja weiter den Fluss aufwärts und die Steigung schien auch ein bisschen anzuziehen, aber dennoch bleiben Flusssteigungen natürlich i.d.R. einigermaßen moderat.

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Ich bin also immer noch nicht begeistert von diesem Radweg, aber er ist – auch mit dem Liegedreirad – größtenteils erträglich geworden, so dass ich beschloss, auf dem Illerradweg zu bleiben und nicht wieder zurück auf die Straßen zu fahren. Das “Radelvergnügen” ist aber nicht so groß, wie auf den Schildern angekündigt.

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So kamen die hohen Berge immer näher… und um 16:30 Uhr bin ich auf 813 m ü. NN in Oberstdorf angekommen! HALLELUJA!!! Ich bin tatsächlich am Ziel. Mission “Nord-Süd-Durchquerung Deutschland”, meine kleine Abenteuerreise von Flensburg bis Oberstdorf, habe ich nach 17 Tagen Fahrt erfolgreich per Liegedreirad mit eigener Muskelkraft bewältigt! Hier das Beweisfoto:

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Ehrlich gesagt kann es es selbst noch gar nicht so richtig fassen! Irgendwie kommt es mir einerseits so vor, als ob ich gerade erst in Flensburg gestartet wäre und ich daher noch gar nicht am Ziel sein kann, denn die Zeit ist für mich so wahnsinnig schnell vorbeigegangen. Es gab ja keine Verschnaufpausen oder gar Langeweile. Jede Minute des Tages war vollgepackt mit Aktivität. Dazu noch 6 – 7 Stunden Schlaf, das musste reichen. Andererseits sind Flensburg und der Anfang der Tour gefühlt aber auch schon ewig lang her, weil es seither so unglaubliche viele Eindrücke, Erlebnisse, Höhen und Tiefen (gefühlsmäßig und in Höhenmetern), interessante Bekanntschaften usw. gab, dass es mir vorkommt. als sei ich schon ein Jahr unterwegs. Diese Intensität und Menge an Eindrücken lässt sich – glaube ich – im “normalen” Leben oder in “normalen” Urlauben nicht erreichen. Es war also genau der Abenteuer-Urlaub, der Selbsterfahrungstrip, den ich mir gewünscht hatte, auch, wenn ich vorher natürlich nicht wusste, was da wirklich genau auf mich zukommt. Zwar hatte ich die Reise so gut es geht geplant, denn die Route stand fest und eine Liste der Campingplätze und Jugendherbergen entlang der Route hatte ich mir auch erstellt, aber es gab eben vorher keine feste Tagesplanung. Die hat sich dann eben immer spontan ergeben, je nachdem was so passierte. Mal gab es keine Unterkünfte und es musste eine besonders lange Etappe werden, mal wurde die Wäsche nur langsam trocken oder das Rad wollte nicht mehr und es wurde eine kurze Etappe, mal spielte das Wetter nicht mit und statt Camping bin ich auf Jugendherberge oder Gästehaus umgeschwenkt. Wobei ich sagen muss, dass das Zelten auf Campingplätzen (bei gutem Wetter) immer am meisten Spaß gemacht hat. Fahrradfahren und Zelten passt einfach sehr gut zusammen, denn wenn man schon den ganzen Tag an der frischen Luft ist, warum dann nicht auch nachts. Klar, in den festen Unterkünften hat man einigen Luxus mehr, aber für mich passt das naturverbundene Radfahren besser mit dem naturverbundenen Zelten zusammen. Einmal habe ich ja notgedrungen auch im Regen gezeltet. Das geht natürlich auch, macht aber weniger Spaß.

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Bergbauern Pension Eltrich im Herzen von Oberstdorf.

In Oberstdorf bin ich dann zur Touristen-Info und habe nach einer günstigen Unterkunft für zwei Nächte gefragt. Sie haben mir dann drei ausgedruckt und ich habe einfach das günstigste genommen. Ein einfaches kleines Zimmer mit Waschbecken und Dusche, aber Etagen-WC, in einem alten Bauernhaus direkt im Zentrum von Oberstdorf, so dass Restaurants, Geschäfte und sogar die Thermen in Laufreichweite sind. Praktisch. Die etwas spartanische Einrichtung des Bauernhauses kommt dem Abenteuer-Charakter des Trips schon wieder etwas näher als das Luxus-Zimmer mit TV, WLAN und Spitzenbad gestern in Kempten. Das Hotel war echt toll, aber irgendwie “too much”. In dem schon fast edlen Ambiente (obwohl es ja gar nicht mal soo teuer war) fühlte ich mich mit meinen Radfahr-/Treckingklamotten auch irgendwie fehl am Platze. – Nachdem das Zimmer in Oberstdorf bezogen hatte und ich geduscht war, ging es erstmal kurz zum Einkaufen (ein bisschen was zum Naschen: Kekse, Haribo & Co.), weil meine Vorräte aufgebraucht waren.

p1020229Anschließend habe ich im Zentrum nach einem Restaurant gesucht. Die außen aushängenden Karten versprachen allerlei Köstlichkeiten, aber ich konnte mich noch nicht so recht entscheiden. Dann aber entdeckte ich ein Restaurant, dass doch tatsächlich ein echtes Wiener Schnitzel, d.h. mit Kalbfleisch, auf der Speisekarte hat. Dazu muss man wissen, dass die meisten Restaurants leider nur Schweineschnitzel als “Wiener Art” anbieten, weil es billiger ist. Ein echtes Kalbschnitzel ist natürlich etwas teuerer, schmeckt – gut gemacht – aber auch um Welten besser; finde ich. Daher war klar, dass ich heute in der “Oberstdorfer Einkehr” essen werde. Da der Laden recht voll war, fragte man mich, ob es mir recht sei, wenn man mich an einen Tisch mit dazu setzt. Ja, kein Problem. Am Tisch saßen bereits ein älters Ehepaar aus dem Ländle, das bereits das Essen vor sich hatte, und ein noch älterer Herr aus Hessen(?), der wohl schon gegessen hatte und nicht dazu gehörte. Wir haben uns alle gut unterhalten und natürlich habe ich einiges von meiner Reise erzählt. – Das Essen: Zunächst wurde etwas Brot mit Kräuterquark gereicht, dann kam ein sehr leckerer kleiner Salat und schließlich das Wiener Schnitzel. Hauchdünn geschnitten (wie es sein muss!), lecker paniert und damit man satt wird, gleich zwei große Stücke; dazu Pommes und ein Radler. Ich bin ja kein großer Gourmet, aber das war echt lecker. Die Bedienung war auch noch sehr freundlich und das Essen kam – trotz vollem Lokal – recht schnell. Super! => Absolute Empfehlung!

Bevor ich’s vergesse: Der Gesamtkilometerstand der Tour beträgt jetzt 1440 km!
Am Mittwoch kommen nochmal fast 50 km für die Rückfahrt nach Kempten hinzu, so dass es insgesamt also knapp 1.500 km sein werden. Nicht schlecht, was!? 😉

Fazit:
Auch wenn die Aufgabe – hier: eine über zwei Wochen lange Reise allein mit dem Rad über mehr als 1.400 km quer durch Deutschland – noch so groß klingt, vor allem, wenn man sowas vorher noch nie gemacht hat… eigentlich ist alles ganz einfach. Alles ergibt sich… man macht am Anfang Fehler aus Unerfahrenheit, aber daraus lernt man, und man gewöhnt sich sehr schnell an die neuen Herausforderungen im Tourenradlerleben und meistert sie. Es geht immer irgendwie weiter…

Um es nochmal mit Julia Engelmann zu sagen: Ich bin stolz, dass es in meinem Leben einen traurigen Konjunktiv weniger gibt! Ich werde meinen Enkeln (ich hoffe doch, ich werde mal welche haben) erzählen können, dass ich mit dem Rad einmal von Nord nach Süd durch Deutschland geradelt bin und dass es ein unvergessliches Erlebnis war.

Lebt Eure Träume! Schiebt nicht immer alles auf! Traut Euch und macht aus Konjunktiven Realitäten. Schreibt Eure eigene Geschichte!
Dabei wünsche ich viel Erfolg und Spaß!

Und das Wichtigste zum Schluss:
DANKE! Ich möchte Danke sagen… meiner lieben Frau, weil sie mich – nach kurzer anfänglicher Ablehnung – dann doch hat fahren lassen und zuhause die Stellung hält… meinen Kindern Julia und Sophie, meiner Mutter und meinen Schwiegereltern für die moralische Unterstützung… meinem Chef Pascal/meiner Firma, die mir erlaubt haben, (unbezahlten) Urlaub für die Reise zu nehmen… meinem Kollegen Cölestin für den Schubs Richtung Liege(drei)rad und die vielen anderen guten Tipps… dem unbekannten Karlsruher Pärchen für den Fahrradtransport in ihrem Wohnmobil im Regen… allen Menschen, die ich unterwegs getroffen habe, für die netten Gespräche und/oder die Gastfreundschaft… allen Bloglesern und Kommentatoren (habe mich sehr über Euer Feedback gefreut)… und alle, die mich auf andere Weise unterstützt haben, die ich jetzt aber vergessen habe. Sorry, keine böse Absicht. 😉

Und wie üblich noch der Track:
2016-09-19_track

PS: Es werden jetzt voraussichtlich keine täglichen Berichte mehr kommen, aber zumindest 1 – 2 Blogs mit “Nachberichterstattung” und Lustigem von der Fahrt sind noch geplant, also schaut hin und wieder mal rein. Danke.

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