D-Tour 2022 – Planung

Motivation

Im September 2016 habe ich meine erste Fahrradreise überhaupt unternommen, um mir den Traum einer Deutschlanddurchquerung von Nord nach Süd zu erfüllen. Das waren dann auf Anhieb fast 1.500 km. Dafür habe ich mir extra ein bequemes Liegedreirad sowie notwendiges Reiseequipment – wie z. B. Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher usw. angeschafft – und natürlich vorher trainiert, damit ich fit bin.

Die Tour damals war einfach grandios! Hat echt unheimlich viel Spaß gemacht.
Ich habe damals viele schöne Gegenden von Deutschland gesehen und unterwegs viele nette Menschen getroffen.

Dennoch war die Luft danach erst mal raus, da ich mein großes Ziel ja erreicht hatte.

Ok, ich habe seither immer noch gelegentlich Tagestouren mit dem Liegerad gemacht und sogar zwei kleinere Mehrtagestouren im Mai und Juni 2017:

  • 3-Tagestour (mit den Kindern; damals fast 8 und 11 Jahre alt) zum Campingplatz Effelder Waldsee und
  • 2-Tagestour (alleine) den kompletten Vennbahnweg rauf bis Luxemburg und wieder runter.

Das reichte mir dann aber erst mal für eine Weile.

Ende 2019 oder Anfang 2020 kam dann aber so langsam die Motivation, mal wieder eine längere Tour zu fahren. Leider hat mir dann aber die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht… und auch 2021 war es bisher kaum besser, da die Campingplätze noch lange geschlossen waren und es auch sehr schwer war als “normaler” Bürger, der noch zu jung und zum Glück ohne besondere gesundheitliche Risiken, eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen.

Nun ja, jetzt bin ich endlich vollständig geimpft und die Campingplätze sind wieder offen, aber für 2021 wird mir das jetzt etwas zu knapp. Daher plane ich das jetzt für 2022. – Hoffentlich klappt das!

Zeitliche Planung

2016 bin ich ja im September gefahren. Das Wetter war damals – bis auf wenige Tage am Anfang und am Ende – super; mit über 30 Grad manchmal sogar schon fast zu gut. 😉

Eigentlich war der September als Fahrzeit also ganz gut… zumal dann auch die meisten Bundesländer keine Ferien mehr haben und die Campingplätze meist recht leer sind.

Was mich allerdings oft gestört hat: Im September wird es schon recht früh dunkel. Ich finde es aber viel angenehmer, wenn man Zeltaufbau, den Gang zur Dusche und das anschließende Kochen vor dem Zelt noch im Hellen machen kann… zumal es auch weniger Mücken und andere Insekten anlockt, wenn die Sonne noch scheint.

Ich habe daher des öfteren einen etwas früheren Campingplatz angesteuert, um eben noch so gerade alles im Hellen machen zu können, obwohl ich mich gut fühlte und eigentlich noch gerne eine Weile weitergefahren wäre.

Daher sollte die nächste Tour wesentlich näher am längsten Tag des Jahres (21. Juni) liegen… aber natürlich auch außerhalb der Hauptferienzeit, damit die Campingplätze noch nicht so überlaufen sind.

Daher ist die Tour jetzt für Mai/Juni 2022 geplant; genauer gesagt, möchte ich am Samstag, 14. Mai, packen (Tag 0) und dann am Sonntag, 15. Mai 2022, losfahren. Aus familiären Gründen sollte ich bis spätestens Donnerstag, 16. Juni, wieder zurück sein. Das sind also insgesamt maximal 33 Tage. Da kann man einige Kilometer schaffen!

Streckenplanung

Einleitung

Bei meiner großen Deutschland-Nord-Süd-Radtour 2016 musste ich irgendwie von Zuhause (Städteregion Aachen) zum Startpunkt nach Norden (Flensburg) und später vom Ziel im Süden (Oberstdorf) wieder zurück nach Hause kommen. Die naheliegendste und vermutlich günstigste Möglichkeit wäre wohl die An- und Abreise per Bahn gewesen, aber so ein Liegedreirad ist leider sehr sperrig und wird nicht in allen Zügen mitgenommen. Außerdem war es schwer beladen und nicht jeder Bahnsteig hat einen ausreichend großen und funktionierenden Aufzug. Aufgrund von Diebstahlgefahr an Bahnhöfen, hätte ich auch nicht Teile des Gepäcks unten stehen lassen wollen, während ich das Rad raufschleppe. Da mir das zu gefährlich war und ich es auch nicht riskieren wollte auf irgendeinem Bahnhof zu stranden, weil ich mit dem Rad nicht auf den Bahnsteig komme oder nicht in den Zug darf, habe ich die An-/Abreise per Mietwagen absolviert.
(Mit einem normalen Zweirad und vielleicht etwas weniger Gepäck, wäre die Bahn aber wahrscheinlich schon eine gute Möglichkeit gewesen.)

Um das sperrige Liegedreirad unterzubringen (ohne es teilweise demontieren zu müssen, was ich vermeiden wollte) musste es allerdings schon mindestens ein Kombi sein. Das hat zwar letztlich gut geklappt, aber es war vom Platz schon ziemlich knapp und natürlich auch nicht ganz billig (hat damals 231,- € für 2x Einweg-Miete zzgl. ca. 120,- € fürs Tanken gekostet), obwohl ich über https://www.billiger-mietwagen.de/ ein recht günstiges Mietwagenangebot gefunden hatte. Außer den Mietkosten ist ein in weiterer Nachteil des Mietwagens, dass es nicht in jeder Stadt eine passende Mietwagenstation gibt. So konnte ich den gebuchten Europcar-Mietwagen für die Rückfahrt damals nicht im Zielort Oberstdorf abholen, sondern musste mit dem Rad 48 km nach Kempten zurückfahren.

Aufgrund dieser Erfahrung würde ich zukünftige Touren bevorzugt als Rundtouren planen. So könnte ich mit dem eigenen Wagen (inkl. Liegerad) zum Start-/Zielort fahren, den Wagen da stehen lassen und am Ende der Tour wieder mit dem eigenen Wagen zurückfahren. Noch besser wäre es natürlich, wenn ich einfach direkt von Zuhause mit dem Rad starte und am Ende auch wieder Zuhause ankomme.

Letzteres ist der Plan für die West-Ost-Rundtour! Von Zuhause in den Osten und wieder zurück.

Wie schon zuvor orientiere ich mich bei der Planung wieder hauptsächlich an ausgewiesenen Fernradwegen, da man diese meist ganz gut fahren kann, die Infrastruktur ganz gut ist (z. B. Campingplätze) und i.d.R. viele Sehenswürdigkeiten an der Strecke liegen. Damals habe ich mich vom Start zunächst auf selbst-geplanter Strecke bis zur Weser bei Verden (Aller) “durchgeschlagen” und habe mich ab da an die D-Route 9 (Weser-Radweg & Romantische Straße), ein Stück die D-Route 6 (Donauradweg) sowie am Ende dann den Illerradweg gehalten, was insgesamt ganz gut geklappt hat.

Eine schöne Übersicht der verfügbaren D-Routen findet man auf https://www.radroutenplaner-deutschland.de.

Etappe 0 + Etappe 1: Anreise + D-Route 4

Für eine West-Ost-Tour mit Start von Zuhause in der Städteregion Aachen bietet sich natürlich idealerweise die D-Route 4 (Mittelland-Route) von Aachen über Bonn, Siegen, Erfurt, Jena, Chemnitz, Dresden nach Zittau an. Die Route startet im Herzen von Aachen und endet am Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Meine Anreise von Zuhause (Baesweiler; etwas nördlich von Aachen) führe ich daher noch über das Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien, so dass ich wirklich von Grenze zu Grenze bzw. vom Dreiländereck D-NL-B im Westen zum Dreiländereck D-PL-CZ im Osten fahre. Die erste große Etappe wäre damit ca. 1.100 km lang; d.h. 34 km für die Anreise nach Aachen und dann 1062 km für die D-Route 4.

Etappe 2: D-Route 12 (teilweise)

Als zweite Etappe bietet sich die D-Route 12 (Oder-Neiße-Radweg) an, welche genau am Ende der D-Route 4 in Zittau startet und entlang von Neiße und Oder, d.h. entlang der deutsch-polnischen Grenze, nach Norden durch Orte wie Görlitz, Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) führt. Eigentlich führt die D-Route 12 weiter bis nach Usedom an der Ostsee, aber ich werde sie nach 298 km, d.h. einige Kilometer hinter Frankfurt (Oder), verlassen, um auf die D-Route 3 zu wechseln, die dort nahtlos beginnt.

Etappe 3: D-Route 3

Für den Rückweg von Ost nach West bietet sich die D-Route 3 (Europaradweg R1) an, da diese etwas weiter nördlich fast parallel zur D-Route 4 verläuft. Die D-Route 3 führt von der Oder über Berlin, Potsdam, den Harz, Münster bis zur niederländischen Grenze bei Vreden. Das ist dann die dritte große Etappe, welche ca. 995 km lang ist.

Etappe 4: Rückreise

Um vom Ende der D-Route 4 wieder nach Hause zu kommen, habe ich mir dann noch selbst eine Route nach Süden in die Heimat geplant, welche mich über ein Stück Niederlande, Xanten, Mönchengladbach wieder nach Hause bringt. Am Niederrhein kann ich auf der Rückfahrt sicher noch einige Verwandte besuchen. Diese vierte und letzte Etappe ist 203 km lang.

Zusammenfassung

Es kommen sicher noch ein paar Kilometer für Umleitungen bzw. An-/Abfahrten von und zu Campingplätzen (oder ggfs. anderen Unterkünften) hinzu, so dass ich mit ca. 2.600 km rechne. Bei einem Tagesschnitt von 100 km würde ich 26 Tage benötigen. Auf der Nord-Süd-Tour 2016 habe ich einen Tagesschnitt von ca. 85 km erreicht. Die West-Ost-Tour hat zwar einige Höhenmeter mehr (was mich theoretisch langsamer machen würde), aber mittlerweile wurde mein Liegerad ja auch mit einem Elektromotor im Hinterrad aufgerüstet, so dass die zusätzlichen Höhenmeter meine Durchschnittsgeschwindigkeit weniger beeinträchtigen sollten als früher. Außerdem sind die Tage länger, so dass ich mir erst später einen Campingplatz suchen müsste.

26 Tage könnten also theoretisch reichen, aber erfahrungsgemäß gibt es auch mal Tage mit geringerer Kilometerleistung, z. B. weil man eine Panne hat, die Wäsche noch trocknen muss, das Wetter zu mies ist oder man sich einfach mal einen ruhigeren Tag gönnen möchte. Bei maximal 33 Tagen Gesamtreisezeit habe ich also 7 Tage Reserve, was hoffentlich für alle unvorhersehbaren Verzögerungen reichen sollte. Drückt mir die Daumen!

Streckenübersicht

  • Etappe 0 (lila): Anreise nach Aachen über Dreiländereck D-NL-B
  • Etappe 1 (grün): D-Route 4: Aachen – Zittau (Dreiländereck D-PL-CZ)
  • Etappe 2 (rot): D-Route 12 (teilweise): Zittau – Neiße – Oder (bis D-Route 3)
  • Etappe 3 (blau): D-Route 3: Oder – niederländische Grenze (bei Vreden)
  • Etappe 4 (orange): Rückfahrt nach Hause

Karten (Gesamtstrecke):

Stefan Leupers ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seinen ersten Computer bekam er 1984 mit 11 Jahren. Er studierte Diplom-Informatik an der RWTH Aachen und beschäftigt sich seit 1993 mit Linux. Zu seinen Interessentgebieten zählen seit dem Studium Kommunikationssysteme sowie seit 2013 auch Heimautomation; insbesondere FHEM. Seit 2016 fährt er Liegedreirad und seit 2018 Elektroauto. Die Elektroautos werden - zumindest von Frühling bis Herbst - vorwiegend mit selbst erzeugtem PV-Strom vom eigenen Dach geladen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*